Zwischen zwei Ländern

Von der Erinnerung vergangenen Grauens

Das ideologische Interesse – und nicht das Andenken an das wirkliche Grauen – ist es, was die Fetischisierung des „historischen Traumas“ der Shoah in Israel antreibt, aber auch die Perpetuierung der „Kollektivschuld“ der Deutschen

Eine welthistorische Tragödie

Auf den Zarismus wurde das kühnste, modernste, zukunftshaltigste Projekt aufgesetzt: der Marxismus, die proletarische Revolution. Warum verkam das Projekt zum System gnadenloser Unterdrückung?

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Die Gedanken sind frei?

Es will scheinen, als sei die einzige wirkliche Freiheit der Gedanken die, unfrei sein zu wollen, in der anbefohlenen Herdenmeinung aufzugehen.

Causa Ephraim Eitam: Eine nachvollziehbare Unerträglichkeit

Die geplante Ernennung eines rechtsnationalen Hardliners zum Direktor des Yad Vashem ist eine Zumutung. Mit ihr auch die Holocaustgedenkstätte selbst, die zu einem Ort der politischen Inszenierung verkommen ist. 

Die Demokratie der Wohlstandsgesellschaft

Winston Churchill hat es auf den Punkt gebracht. „Demokratie“, sagte er, „ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.“ Konservatives klang in diesem Diktum durch, welches aber zugleich beseelt war vom Liberalismus der konstitutionellen Monarchie Englands. Nicht angezeigt wurde in ihm gleichwohl eine Demokratie, die noch nirgends in der bisherigen Geschichte „ausprobiert“ worden ist.

Die Freiheit des Beamten

Das Beamtentum ist eine Berufsgruppe, die in Deutschland mittlerweile seit hunderten Jahren fest Fuß gefasst hat. Oft als Zielscheibe von derbem Humor und Spott über die starre Bürokratie genutzt, verbirgt sich hinter den Beamten gerade in jüngster Vergangenheit doch mehr als Ärmelschoner und Kaffeepause: Nicht nur Siegfried Kracauer und Kurz Tucholsky stellten die Parallelen zwischen dem „Beamtengehorsam“ und dem Siegeszug der Nationalsozialisten her. Eine Betrachtung.

Bild von Mona Lisa auf eine Mauer

Kitsch

Kitsch ist ein schwer festlegbarer Begriff. Man weiß ungefähr, was er meint, kommt ihm aber kaum je mit einer allgemeingültigen Definition bei. Dabei haben viele Autoren, mithin tiefschürfende Denker und Kulturforscher sich mit dem Phänomen des Kitschs befaßt. Ein Beitrag von Moshe Zuckermann.

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Die falschen Dimitrijs und der heilige Narr

Es gibt Kunstwerke, die nicht an Aktualität verlieren. Boris Godunow von Modest Mussorksi gehört dazu. Die politische Botschaft muss dem heutigen Hörer und Seher frappant vorkommen.

Alexis Weissenberg spielt Chopin

Alexis Weissenberg hat eine neue Interpretation Chopins vorgelegt, die den Romantiker entstaubt und den gewöhnlichen Kanon völlig auf den Kopf stellt. Eine Deutung, die Chopins Werk zu einer heutigen Erfahrung werden lässt: ein heilsamer Schock, ein nachgerade revolutionäres Paradigma.

Beitragsbild: Moshe Zuckermann

Präludium

„Zwischen zwei Ländern“ bedeutet, in beiden Ländern, Israel und Deutschland, als Fremder, mithin mit der Gelöstheit des Kommens und Gehens eines Wandernden angelangt und dennoch auf je eigener Weise in ihnen geblieben zu sein.

Wer schreibt Zwischen zwei Ländern?

Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermann

Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert.

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