Sachbücher des Monats: September 2021

Sachbücher des Monats: September 2021

Die 10 besten Sachbuch-
Empfehlungen

Diesen Monat im Bereich Politik: Neue Sichtweisen auf Angela Merkel und Otto Bauer; Analysen des Zusammenspiels von Digitalisierung bzw. Globalisierung und Demokratie; der Kalte Krieg aus Sicht eines Geheimdienstexperten.
Aus Gesellschaft und Kultur: Bücher über das Älterwerden und die Rache als Motiv der Moderne; eine Neuauflage von Dürrematts Spätwerk.
Aus Wissenschaft und Ökologie: Eine Enzyklopädie der Genauigkeit und eine Antwort auf die Frage, warum Regenwälder abgeholzt werden.
Die persönliche Empfehlung im September: ein aktuelles Sachbuch zu einer kaum beachteten Grenzregion Chinas.

1.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Wolfgang Streeck

ZWISCHEN GLOBALISMUS UND DEMOKRATIE

Politische Ökonomie im ausgehenden Neoliberalismus

  • Suhrkamp Verlag AG
  • 538 Seiten
  • Hardcover
  • ET: 18.07.2021
  • ISBN: 978-3-518-42968-6
  • Preis: 28,00 €

»Wolfgang Streeck ist der Polanyi unserer Zeit.« Perry Anderson

In der Hochphase des Neoliberalismus galt die Globalisierung als unvermeidlich und die umverteilende Demokratie als überholt. Wachsender Wohlstand für alle war das Versprechen, wachsende Unfähigkeit, die kapitalistische Ungleichheitsmaschine zu bändigen, ist das Ergebnis. Taumelnde Volksparteien, schrumpfende Gewerkschaften sowie grassierende Zweifel an der Leistungsfähigkeit demokratischer Institutionen sind die eine Folge dieser Entwicklung. Die andere sind Bewegungen wie die »Gelbwesten« sowie neue Parteien an den Rändern des politischen Spektrums. Längst hat in vielen Ländern ein Tauziehen um die politische Ordnung begonnen, das die Gesellschaften zu zerreißen droht.Angesichts dieser Situation ist die Zeit reif für eine grundlegende Entscheidung, sagt Wolfgang Streeck in seinem fulminanten neuen Buch. Soll es mit dem Umbau des Staatensystems weitergehen wie gehabt, das heißt in Richtung einer noch stärkeren überstaatlichen Zentralisierung? Oder wäre der Weg in eine moderne, auf friedliche Kooperation ausgerichtete »Kleinstaaterei« die bessere Lösung? Mit dem Ziel einer Neubegründung demokratischer Politik vor Augen fällt sein Votum eindeutig aus: für den zweiten Weg, auch und gerade in Europa. Denn schon die EU, wie wir sie kennen, ist Streeck zufolge nicht demokratisierbar.

Wolfgang Streeck

Wolfgang Streeck, geboren 1946 in Lengerich, ist Soziologe. Von 1995 bis 2014 war er Direktor am Max-Planck- Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Seine Forschungsgebiete sind vergleichende politische Ökonomie und Theorien institutionellen Wandels. Er schreibt regelmäßig für die New Left Review.

2.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Ralph Bollmann

ANGELA MERKEL

Die Kanzlerin und ihre Zeit

  • Beck C. H.
  • 800 Seiten
  • Hardcover
  • ET: 15.07.2021
  • ISBN 978-3-406-74111-1
  • Preis: 29,90 €

ANGELA MERKEL – DIE GROSSE BIOGRAFIE

Mit Angela Merkel zog 2005 erstmals eine Frau und ehemalige Bürgerin der DDR ins Kanzleramt ein. Aus "Kohls Mädchen", der Ministerin und Generalsekretärin der CDU, wurde nun die beliebteste deutsche Politikerin und eine der mächtigsten Frauen der Welt. Ralph Bollmann zeichnet in seiner grundlegenden Biografie den Lebensweg Merkels nach und erzählt mit kritischer Sympathie die Geschichte ihrer Kanzlerschaft, die von der Finanzkrise über die Flüchtlingskrise bis zur Covid 19-Pandemie enorme Anforderungen an sie stellen sollte. Sein glänzend geschriebenes Buch zeigt uns eine außergewöhnliche Frau im Zentrum der Macht, deren Politik ein ganzes Zeitalter entscheidend geprägt hat.

Ralph Bollmann

Ralph Bollmann ist Historiker, Journalist und wirtschaftspolitischer Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er hat bereits 2013 ein Buch über Angela Merkel und die Deutschen geschrieben und für diese Biografie u.a. zahlreiche Gespräche mit Zeitgenossen und Weggefährten von Angela Merkel geführt.

3.

  • Bibbliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Richard Saage

OTTO BAUER

Ein Grenzgänger zwischen Reform und Revolution

  • Lit Verlag
  • 300 Seiten
  • Softcover
  • ET 06.04.2021
  • ISBN 978-3-643-14625-0
  • Preis: 39,90 €

»Der einjährige Außenminister der Republik Deutschösterreich«

Otto Bauer war als führender Theoretiker und Spitzenpolitiker der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) in der Ersten österreichischen Republik für die einen eine moralische und intellektuelle Lichtgestalt und für die anderen ein verkappter Bolschewist. Demgegenüber fragt die vorliegende Edition, ob es Möglichkeiten gibt, das Bild Bauers jenseits dieser Polarisierung zu verorten. Dieser Versuch legt eine doppelte Interpretationsperspektive nahe. Die in diesem Band versammelten vierzehn Aufsätze deuten einerseits das Lebenswerk Bauers soweit wie möglich im Kontext seiner Zeit. Andererseits heben sie aber auch die Einsichten Bauers hervor, die uns heute noch unmittelbar ansprechen.

Richard Saage

Richard Saage ist ein deutscher Politologe und emeritierter Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte mit den Forschungsschwerpunkten Geschichte der politischen Ideen und der Sozialutopien, Demokratietheorien, Theorien über den Faschismus, Politische Konzeptionen der Sozialdemokratie in der Zwischenkriegszeit in Deutschland und Österreich sowie Deutscher Konservatismus.

4.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Fabian Bernhardt

RACHE

Über einen blinden Fleck der Moderne

  • Matthes & Seitz Verlag
  • 413 Seiten
  • Hardcover
  • ET: 01.07.2021
  • ISBN: 978-3-95757-866-2
  • Preis: 29,00€

»Die Rache als blinder Fleck der Moderne«

Die Moderne nimmt für sich in Anspruch, die Rache glücklich überwunden und durch die Herrschaft des Rechts ersetzt zu haben. Seit der Aufklärung gilt die Rache nicht nur als Gegenspielerin des Rechts, sondern als das dunkle Andere der Moderne überhaupt. In seiner groß angelegten kulturgeschichtlichen Untersuchung liest Fabian Bernhardt diese bislang kaum hinterfragte Fortschrittserzählung gegen den Strich. Batman tritt neben Achilles, Marcel Mauss trifft auf Immanuel Kant. In seiner philosophischen Reflexion mit kulturanthropologischem Zugriff und feinem Gespür für das massenkulturelle Imaginäre zeigt er, dass mit der Delegitimierung der Rache zugleich eine theoretische Verdunkelung einherging. Regelmäßig verkannt wird nicht nur die ordnende Bedeutung, die der Rache in sogenannten primitiven Gesellschaften zukommt, sondern auch die Rolle, die der Wunsch nach Vergeltung in den modernen Gesellschaften uneingestanden nach wie vor spielt. In der Rache scheint nicht nur die dunkle Seite der Gerechtigkeit auf, in ihr melden sich auch diejenigen verdrängten Energien und Affekte zurück, für die es in der modernen Gegenwart keinen legitimen Platz mehr zu geben scheint.

Fabian Bernhardt

Fabian Bernhardt, 1981 in Saudi-Arabien geboren und in Deutschland aufgewachsen als Sohn einer brasilianischen Mutter, hat Philosophie, Ethnologie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert. 2018 promovierte er sich am Philosophischen Institut der Freien Universität Berlin, wo er zurzeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich »Affective Societies« forscht.

5.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Herausgegeben von Markus Krajewski

ENZYKLOPÄDIE DER GENAUIGKEIT

  • Konstanz University Press
  • 549 Seiten
  • Hardcover
  • ET: 28.07.2021
  • ISBN: 978-3-8353-9133-8
  • Preis: 49,00 €

Welche Rolle spielt Genauigkeit in der wissenschaftlichen Erkenntnisbildung?

Was steht mit der Wahrnehmungsschärfe für eine Ästhetik des Schreckens auf dem Spiel? Oder mit der Passgenauigkeit für die Kunst und Philosophie des 20. Jahrhunderts? Und wie hat das Prinzip des Just-in-Time-Managements vom Einkaufskorb eines US-amerikanischen Supermarkts über die Produktionshallen von Toyota ins alltäglich gewordene Medienformat der Post-Its gefunden?

Ausgehend von anschaulichen Beispielen analysieren die Beiträge zur Enzyklopädie der Genauigkeit Herkunft, Kontexte und Konjunkturen jener Begriffe, die Praktiken, Vorstellungen und Ideale von Genauigkeit in Kunst, Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften verkörpern. Dabei wird deutlich, wie Methoden und Medien des Recherchierens, Lesens, Urteilens, Deutens, Beschreibens, Korrigierens, Produzierens, Narrativierens und Überarbeitens in ihrem Vollzug auf spezifische Vorstellungen von wissenschaftlicher Genauigkeit zurückgreifen und diese mitunter auch prägen. Die Beiträge klären dabei nicht nur grundlegende Konzepte und Begriffe, sondern widmen sich auch der Frage, wie Ideal und Versprechen von Genauigkeit die Arbeitsweisen n verschiedenen Disziplinen und Forschungsbereichen bestimmen. Nicht zuletzt geht es ihnen darum, die Methodenbildung der Disziplinen selbst zu reflektieren und Fragen nach der politischen Brisanz und epistemischen Gewalt von Idealen, Praktiken und Darstellungen von Genauigkeit in den Blick zu nehmen.

Mit Beiträgen u.a. von Monika Dommann, Verena Halsmayer, Alexander Honold, Markus Klammer, Markus Krajewski, Helmut Lethen, Malika Maskarinec, Katja Mu¿ller-Helle, Oliver Simons, Ralph Ubl und Rahel Villinger.

MARKUS KRAJEWSKI

Markus Krajewski, geboren 1972, ist Juniorprofessor für Mediengeschichte der Wissenschaften an der Fakultät Medien der Bauhaus-Universität Weimar. Zu seinen aktuellen Forschungsgebieten zählen randständige Epistemologien, die Wissensgeschichte der Genauigkeit sowie bestimmte Bauformen deutscher Nachkriegsarchitektur. Im Fischer Taschenbuch Verlag erschien zuletzt ›Restlosigkeit. Weltprojekte um 1900‹ (2006), für das er 2007 den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für die Geschichte der Medizin, Naturwissen-schaften und Technik erhalten hat.

6.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Friedrich Dürrenmatt, Rudolf Probst, Ulrich Weber

Das Stoffe-Projekt

Textgenetische Edition in fünf Bänden im Schuber verbunden mit einer erweiterten Online-Version

  • Diogenes Verlag AG
  • 2208 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheinungsdatum: 28.06.2021
  • ISBN: 978-3-257-07101-6
  • Preis: 400,00 €

»Dürrenmatt lädt uns dazu ein, ihn in den Stollen seiner frühen Eindrücke zu begleiten und ihm dabei zuzusehen«

Aus dem Nachlass herausgegeben von Ulrich Weber und Rudolf Probst. Mit einem Vorwort von Daniel Kehlmann

Kurz nach seinen größten Triumphen auf der Bühne erlebte Dürrenmatt seine tiefste private wie künstlerische Krise. Er fühlte sich von seinem Publikum, das ihn bisher auf Händen getragen hatte, nicht mehr verstanden und versuchte, sich zumindest selbst zu verstehen. Daraus entstand das ›Stoffe-Projekt‹ – sein großes Spätwerk. Darin verwebt er autobiographische mit philosophischen und fiktionalen Texten und Textfragmenten zu einer ganz eigenen Prosaform.

Die ›Stoffe‹ sind Dürrenmatts Autobiographie. Doch ist der Gang zu den biographischen Wurzeln im Dorf seiner Kindheit im Emmental (Konolfingen) und in der Stadt seiner Jugend (Bern) ebenso ein Gang zu den Ursprüngen seiner künstlerischen Einfälle und Ideen. Und Dürrenmatt lädt uns dazu ein, ihn in den Stollen seiner frühen Eindrücke zu begleiten und ihm dabei zuzusehen, wie er sie aus den Tiefen der Erinnerung ans Tageslicht fördert. Dabei schafft er im Wechsel von autobiographischer Lebensbeschreibung, philosophischer und zeitkritischer Reflexion und fiktionalen Binnenerzählungen eine neuartige, eigene Prosaform.

Friedrich Dürrenmatt

Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 in Konolfingen bei Bern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Philosophie in Bern und Zürich und lebte als Dramatiker, Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in Neuchâtel. Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen ›Der Richter und sein Henker‹, ›Der Verdacht‹, ›Die Panne‹ und ›Das Versprechen‹, weltberühmt mit den Komödien ›Der Besuch der alten Dame‹ und ›Die Physiker‹. Den Abschluss seines umfassenden Werks schuf er mit den ›Stoffen‹, worin er Autobiographisches mit Essayistischem verband. Friedrich Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.

7.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über der Autor
Byung-Chul Han

Infokratie

Digitalisierung und die Krise der Demokratie

  • Matthes & Seitz Verlag
  • 88 Seiten
  • Softcover
  • Erscheinungsdatum: 28.08.2021
  • ISBN 978-3-7518-0526-1
  • Preis: 10,00 €

»Verschwörungstheorien und Propaganda beherrschen die politische Debatte«

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Wir sind benommen vom Kommunikations- und Informationsrausch. Gleichzeitig spüren wir eine Ohnmacht angesichts des Tsunamis der Information, die deformative, destruktive Kräfte entfaltet. Die Digitalisierung erfasst inzwischen auch den Bereich des Politischen und führt zu massiven Verwerfungen im demokratischen Prozess. Wahlkämpfe als Informationskriege werden mit allen erdenklichen technischen und psychologischen Mitteln geführt. Social Bots, die automatisierten Fake-Accounts in den sozialen Medien, verbreiten Fake News, Hetze und Hass und beeinflussen die politische Meinungsbildung. Troll-Armeen greifen in die Wahlkämpfe ein, indem sie gezielt Desinformation betreiben. Verschwörungstheorien und Propaganda beherrschen die politische Debatte. Mittels digitaler Psychometrie und Psychopolitik wird versucht, das Wahlverhalten unter Umgehung bewusster Entscheidung zu beeinflussen. Byung-Chul Hans neuer Essay beschreibt die heutige Krise der Demokratie, indem er sie auf den digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit zurückführt. Han gibt der Krise einen Namen: Infokratie und verortet sie im Informationsregime als neue Herrschaftsform.

Byung-Chul Han

Byung-Chul Han, geboren 1959, studierte zunächst Metallurgie in Korea, dann Philosophie, Germanistik und katholische Theologie in Freiburg und München. Nach seiner Habilitation lehrte er Philosophie an der Universität Basel, ab 2010 Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, und seit 2012 Kulturwissenschaft an der Universität der Künste in Berlin. Im S. Fischer Verlag sind zuletzt erschienen »Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken« (2014), »Die Errettung des Schönen« (2015) sowie »Die Austreibung des Anderen. Gesellschaft, Wahrnehmung und Kommunikation heute« (2016).

8.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Lucy Pollock

Das Buch über das Älterwerden

(für Leute, die nicht darüber sprechen wollen)

  • DuMont Buchverlag GmbH
  • 345 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheinungsdatum: 17.05.2021
  • ISBN 978-3-8321-8150-5
  • Preis: 22,00€

»Seriös, witzig, zugewandt und kenntnisreich - dieses Buch hilft uns, wichtige Gespräche über das Älterwerden zu führen.«

Wir werden immer älter. Doch wie können wir unsere gewonnene Lebenszeit - und die unserer Angehörigen - so glücklich und gut wie möglich gestalten?
Antworten gibt die Geriaterin Dr. Lucy Pollock anhand von vielen Beispielen aus ihrem Arbeitsalltag. Voller Mitgefühl und Humor beschreibt sie die Probleme, die ihr während ihres jahrzehntelangen Umgangs mit alten Menschen häufig begegnet sind. Und sie zeigt Lösungswege auf, nach denen wir alle als Angehörige oder mit zunehmendem Alter suchen. Dabei unter-mauert die Autorin die Bedeutung des offenen Gesprächs und macht so den Leser*innen Mut, auch heikle Themen anzusprechen.

Dr. Lucy Pollock

Dr. Lucy Pollock absolvierte ihre medizinische Ausbildung in Cambridge und am Bart’s Hospital und arbeitete als Assistenzärztin in East London, bevor sie nach Somerset zog, wo sie seit 2001 als Beraterin tätig ist und sich auf die Betreuung älterer und gebrechlicher Menschen spezialisiert hat.

9.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Johann Brandstetter, Josef H. Reichholf

Regenwälder

Ihre bedrohte Schönheit und wie wir sie noch retten können

  • Aufbau Verlage GmbH
  • 270 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheinungsdatum: 16.08.2021
  • ISBN: 978-3-351-03825-0
  • Preis: 32,00 €

Ein Buch, das die Wunder einer untergehenden Welt sinnlich erfahrbar macht

Warum schwinden die tropischen Regenwälder weiter, obwohl schon so lange klar ist, welch bedeutende Rolle sie global für Klima und Artenvielfalt haben? Das neue, große Buch von Bestsellerautor Josef H. Reichholf liefert Antworten. Es lädt dazu ein, den grünen Tropengürtel des blauen Planeten neu zu entdecken - bevor seine Pracht und Vielfalt für immer verloren gehen. Auf den opulenten Schautafeln Johann Brandstetters kommt uns eine untergehende Welt ergreifend nah. Wir verstehen, warum die Tropen eine so besondere Natur mit winzigen Kolibris und prachtvollen Orchideen hervorbringen konnten, aber auch, wie der Westen den Regenwald zerstört - und wie diese Vernichtung noch gestoppt werden kann.

»Hier gelingt etwas fast Vergessenes: die Schönheit der Welt in der Schönheit eines Buches einzufangen.«
Katja Oskamp über »Symbiosen«

Josef H. Reichholf

Prof. Dr. Josef H. Reichholf , 1945 in Niederbayern geboren, Evolutionsbiologe, war bis April 2010 Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der Technischen Universität München. Er ist Träger der „Treviranus-Medaille“, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung. 2007 wurde er zudem mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet. 2010 wurde sein Bestseller „Rabenschwarze Intelligenz“ als „Wissenschaftsbuch des Jahres“ prämiert. Zuletzt erschienen von ihm Evolution – Eine kurze Geschichte von Mensch und Natur (2016), der als Wissensbuch des Jahres ausgezeichnete Band „Symbiosen“ und „Haustiere“ (beide 2017 in der Reihe Naturkunden), Schmetterlinge - Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet (2018) sowie Das Leben der Eichhörnchen (2019).

10.

  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor
Tim Weiner

Macht und Wahn

Der politische Krieg zwischen den USA und Russland seit 1945

  • FISCHER, S.
  • 349 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheinungsdatum: 28.08.2021
  • ISBN 978-3-10-091072-1
  • 26,00 €

»Tim Weiner, der Geheimdienstexperte und Pulitzer-Preisträger«

Wieder liefert Tim Weiner, der Geheimdienstexperte und Pulitzer-Preisträger, eine packende und eindringliche Darstellung politischer Machtspiele. In »Macht und Wahn« beleuchtet er die bilaterale Beziehung zwischen den Großmächten Russland und USA.
Gespickt mit Insiderberichten zeichnet Weiner fesselnd und anschaulich die Wurzeln dieses inzwischen über 75 Jahre andauernden Kampfes nach, den Amerika und Russland von 1945 bis 2020 mit Spionage, Diplomatie, Sabotage und Desinformation miteinander ausfechten. Weiner führt hinter verschlossene Türen und lässt die Protagonisten - Präsidenten, Politiker, Hintermänner - beider Seiten des Ost-West-Konflikts zu Wort kommen. Er beleuchtet die Machenschaften des KGB und der CIA und ihre Folgen für die Zeitgeschichte.
Heute sehen die einst als Sieger aus dem Kalten Krieg hervorgegangenen USA ihre Demokratie in Gefahr. Denn Russland griff unter Wladimir Putin bereits zu einem Rückschlag an, der die USA gänzlich unvorbereitet traf: Mittels einer verdeckten Kampagne über Internet und Soziale Medien nahm die russische Regierung Einfluss auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 und stellte so sicher, dass ihr Wunschkandidat, Donald Trump, das Weiße Haus bezog. Auch das dagegen eingeleitete Amtsenthebungsverfahren richtete nichts aus. Erneut verhärten sich die Fronten, der Ausgang dieses realen Politthrillers jedoch bleibt ungewiss.

Tim Weiner

Tim Weiner war lange Journalist bei der »New York Times« und gilt als einer der intimsten Kenner des amerikanischen Geheimdienstsystems. Der Watergate-Skandal gab seinerzeit den Ausschlag für seinen Wunsch, investigativer Journalist zu werden. Für seine Reportagen und seine Berichterstattung über das geheime »National Security Program«, das die CIA gemeinsam mit dem Pentagon heimlich ins Leben gerufen hatte, erhielt er zwei Pulitzer-Preise. Er berichtete als Korrespondent aus Afghanistan, Pakistan, dem Sudan und weiteren 15 Staaten. Für ›CIA. Die ganze Geschichte‹ wurde er 2007 mit dem National Book Award und dem Los Angeles Times Book Award for History ausgezeichnet.Literaturpreise:National Book Award 2007Los Angeles Times Book Award for History 2007.

Die besondere Sachbuch-Empfehlung
des Monats September

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  • Bibliografie
  • Beschreibung
  • Über den Autor

An den Ufern des Amur

Die vergessene Welt zwischen China und Russland

  • Beck C. H.
  • 384 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheinungsdatum: 22.02.2021
  • ISBN 978-3-406-76852-1
  • Preis: 26,00 €

… von Prof. Dr. Helwig Schmitz-Glintzer*

„An den Ufern des Amur“ beschäftigt sich mit einem Zwischenraum an Chinas Nordostgrenze, mit der „vergessenen Welt zwischen China und Russland“. Es handelt sich um jenen Grenzraum nördlich der Großen Mauer zwischen dem Baikalsee im Westen und Wladiwostok im Osten, dem Tor Russlands ins Japanische Meer, wo sich Chinesen und Russen mischen oder auch gegeneinander abgrenzen. Ein Sachbuch, wie man es selten findet und dessen Aktualität der Autor am Schluss nur andeutet, wenn er davon spricht, dass „eine Integration der Region Nordostasien in weiter Ferne“ liege, auch da es keinen Friedensvertrag zwischen Russland und Japan gibt. Viele der Menschen aber, denen er begegnete, fühlten sich als „Europäer mitten in Asien“ und betrachteten den Begriff „Ferner Osten“ als „eine Art Orientalisierung“, und er sagt von ihnen, was übrigens für die Menschen in ganz China gilt: „Die Menschen an beiden Ufern des Amur und darüber hinaus, sie haben sich ihre Nachbarn nicht ausgesucht.“

*Sinologe und Publizist, z.Zt. Direktor des China Centrum Tübingen

Sören Urbansky

Sören Urbansky, Dr. phil., leitet das Pacific Regional Office des Deutschen Historischen Instituts Washington. Er studierte, forschte und lehrte in Frankfurt a.d. Oder, Harbin (China), Kasan (Russland), Berkeley, Peking, Freiburg, München und Cambridge.

Die Jury:

Tobias Becker, Der Spiegel · Manon Bischoff, Spektrum der Wissenschaft · Kirstin Breitenfellner, Falter, Wien · Natascha Freundel, RBB-Kultur · Dr. Eike Gebhardt, Berlin · Prof. Dr. Wolfgang Hagen, Leuphana Universität Lüneburg · Knud von Harbou, Publizist und Autor, Feldafing · Prof. Jochen Hörisch, Universität Mannheim · Günter Kaindlstorfer, Wien · Dr. Otto Kallscheuer, Sassari, Italien · Petra Kammann, FeuilletonFrankfurt · Jörg-Dieter Kogel, Bremen · Dr. Wilhelm Krull, The New Institute, Hamburg · Marianna Lieder, Freie Kritikerin, Berlin · Prof. Dr. Herfried Münkler, Humboldt Universität zu Berlin · Marc Reichwein, DIE WELT · Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung · Prof. Dr. Sandra Richter, Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar · Wolfgang Ritschl, ORF Wien · Florian Rötzer, Krass & Konkret · Norbert Seitz, Berlin · Mag. Anne-Catherine Simon, Die Presse, Wien · Prof. Dr. Philipp Theisohn, Uni Zürich · Dr. Andreas Wang, Berlin · Prof. Dr. Harro Zimmermann, Bremen · Stefan Zweifel, Zürich.