Der Mann greift an – Femizide im Macholand

Ein Video-Bericht aus Argentinien, wo verunsicherte Männer vermehrt mit Gewalt auf stärker werdende Frauen reagieren.

In Argentinien ist die Frauenbewegung die wichtigste Bewegung seit der Menschenrechtsbewegung, und sie hat viele Erfolge erzielen können, sowohl auf dem Gebiet der neuen Gesetze als auch im täglichen Leben. Zuletzt wurde die Schwangerschaftsunterbrechung durchgesetzt. Aber je stärker die Frauen werden, desto verunsicherter werden die Männer und reagieren mit Gewalt, und das passiert in allen sozialen und ethnischen Schichten.

Jetzt steht die Bewegung an einem Scheideweg: Viele der Frauen und Mädchen haben nun erfahren, dass man etwas erreichen kann, wenn man bzw. wenn frau sich organisiert und stellen die soziale Frage und fordern politische Änderungen. Die Eliten tun das, was sie vor 20 Jahren mit der Menschenrechtsbewegung getan haben: Sie machen den Anführerinnen Angebote und wollen sie in den Staatsapparat integrieren. Das macht sowohl die peronistische nationale Regierung als auch die rechte Opposition, die die Stadt Buenos Aires regiert. Man schafft Ministerien und neue Ämter und bürokratisiert die Bewegung, mitsamt der Einführung der Gender-Sprache.

Ich erlaube mir auch einen kurzen historischen Exkurs. Wir wissen relativ gut, wie in Eurasien und Afrika die Entrechtung der Frauen begonnen hat, nämlich vor 12.000 Jahren mit der Sesshaftwerdung und dem Ackerbau. So kamen die Monogamie, der Monotheismus und der Staat. In Amerikacsah das ganz anders aus: Dorthin gelangten die Menschen erst relativ spät, der Kontinent war immens für die Jäger und Sammler, und viele sind bis heute Jäger und Sammler geblieben. Die meisten hatten ein Misch-Modell, sie bleiben Nomaden, hatten aber kleine Plantagen und ein paar Viecher, die sie mitführten. Eine Landwirtschaft, wie sie in Europa schon lange bestand, gab es dort nie. Sie kam erst mit Kolumbus und den Baumwoll- und Zuckerrohrplantagen, und durch die spätere Integration in den Weltmarkt.

Für die indigenen Völker heißt das, dass sie sehr lange als halbe Nomaden gelebt und ihre Traditionen gepflegt haben, ohne eine rigide Geschlechter-Trennung. Die Ur-amerikanischen Frauen waren noch bis vor kurzem praktisch gleichberechtigt. An der argentinischen Frauenbewegung nahmen von Anfang an – sie wurde in den achtziger Jahren aus Europa importiert – auch die Indigenen teil – allerdings mit eigenen Positionen. So bezeichnen sich die wenigsten als Feministinnen.

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