Britische Armee kommt zurück nach Deutschland

Neue Militärtechnik. Bild: British Army

Mit der Modernisierung der britischen Armee wird in Deutschland eines der drei weltweiten regionalen Hubs wegen der russischen Bedrohung errichtet.

Einen interessanten Titel gab es in der britischen Time: „Britische Armee kehrt angesichts der russischen Bedrohung nach Deutschland zurück“. Briten sind ebenso wie Amerikaner weiterhin seit dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Das hat wenig mit dem Schutz von Deutschland zu tun, sondern mit der Aufrüstung gegen Russland und weltweiten Operationen, für die Deutschland eine wichtige Drehscheibe ist.

2006 waren noch 23.000 britische Soldaten in Deutschland stationiert, im Kalten Krieg war es die Britische Rheinarmee, später die British Forces Germany (BFG). Bis 2019 waren alle Kampftruppen abgezogen worden, 2020 sollten eigentlich alle Soldaten verlegt sein, aber 2018 war schon beschlossen worden, dass weiter 200 britische Soldaten nun als British Army Germany am Standort Paderborn stationiert bleiben und den Nato-Truppenübungsplatz Sennefeld nutzen werden. Begründet wurde dies mit der russischen Bedrohung, dem Aufbau von Nato-Einsatztruppen und einer vertieften Militärkooperation zwischen Deutschland und Großbritannien.

Im Zuge des Modernisierungsprogramms Future Soldier der britischen Armee, das diese „beweglicher, integrierter, tödlicher und verlegbar“ machen will, geht es neben großen Investitionen in die Ausrüstung und Technik um eine Truppenreduzierung auf 73.000 + 30.000 Reservisten Soldaten, die aber innovativer und digitaler sein sollen. Geschwindigkeit und Einsatzbereitschaft seien wichtiger als Massenmobilisierung (Großbritannien setzt auf hybride Kriegsführung und Spezialeinheiten). Die britischen Streitkräfte sollen noch stärker nach dem Brexit als eine weltweit präsente Militärmacht von „Global Britain“ auftreten, u.a. mit einer Global Response Force.

„Die Armee wird nun so umstrukturiert, dass sie kontinuierlich operieren kann, alle relevanten Fähigkeiten für diese Ära des ständigen Wettbewerbs bereitstellt und ständig auf der ganzen Welt im Einsatz ist, um unsere Partner zu unterstützen und unsere Gegner abzuschrecken. Entscheidend ist aber auch, dass es sich um eine Armee handelt, die auf echte Kriegsführung ausgelegt ist und als Expeditionsstreitkraft sowohl verlegbar als auch tödlich ist, wenn sie zum Kampf und zum Sieg aufgerufen wird.“Rede des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace am 25.11.

 

Neben Stützpunkten in Kenia und Oman wird Sennelager zu einem der drei neuen großen regionalen Hubs ausgebaut. In einer Kehrtwende zum vollständigen Abzug, der für 2020 geplant war, werden Hunderte von Fahrzeugen, darunter auch Challenger 3- und Ajax-Panzer und gepanzerte Transport-Kraftfahrzeuge Boxer, sowie Drohnen zurück nach Deutschland verlegt, um näher am Osten im Fall eines Krieges mit Russland zu sein, wie die Times schreibt. Sie spricht auch von 250 Soldaten.

Nach Generalleutnant Ralph Wooddisse sind die neuen regionalen Stützpunkte dafür vorgesehen, dass die Armee schneller dort eingesetzt werden kann, wo sie gebraucht wird. Er hob Deutschland hervor, wohin eine „beträchtliche Zahl“ an gepanzerten Fahrzeugen verlegt werden wird, um schneller auf dem Kontinent eingesetzt werden zu können. Neben Sennefeld gibt es noch Ayrshire Barracks in Mönchengladbach, wo 2000 Fahrzeuge deponiert werden können, und die German Wulfen Defence Munitions Storage Facility als Munitionslager.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel aus