Der Wahlausgang ist noch völlig offen

Grafik: Bundestagswahl 2021
Bild: Tim Reckmann/CC-BY 2.0

Wir stellen bis zur Bundestagswahl Ergebnisse der PESM Wahlbörse vor. Im Gegensatz zu Umfragen fragen Wahlbörsen: Wie werden die einzelnen Parteien abschneiden? Die kollektive Intelligenz der Teilnehmer bestimmt bei Wahlbörsen die resultierende Prognose. Dritter Bericht zur Bundestagswahl vom 29.8.2021

An der Wahlbörse zur Bundestagswahl hat es vor einigen Tagen ein historisches Ereignis gegeben, weil die SPD die Union seit über 15 Jahren erstmalig überholt hat. Etwas später haben mehrere Umfrageinstitute nachgezogen.

Unsere aktuellen Zahlen stammen vom 29.8. um 12 Uhr. In Klammern sind wieder die kleinsten und größten Werte für jede Partei aus den Umfragen der letzten Woche angegeben.

Die SPD führt knapp mit 23,0 Prozent (21-24 Prozent) vor der Union mit 22,2 Prozent (22-26 Prozent). Bisher hält dieser hauchdünne Vorsprung schon fast eine Woche. Er kann sich jedoch innerhalb kürzester Zeit umkehren. Von den letzten Umfragen sehen vier die SPD vorn, zwei die CDU/CSU und drei Gleichstand.

Anzeige

Die Grünen nehmen mit 17,8 Prozent (16-20 Prozent) den dritten Platz ein, wobei die Kurse unter größeren Schwankungen zuletzt leicht nach unten gegangen sind, was ein Zeichen für eine unsichere Bewertung durch die Mitspieler ist. Dazu passt die Schätzung des in den letzten Jahren erfolgreichsten Umfrageinstituts Forschungsgruppe Wahlen (ZDF), dass SPD und Union bei 22 Prozent und die Grünen bei 20 Prozent stehen. Somit könnte aus dem vermeintlichen Zweikampf doch wieder ein Dreikampf werden.

Bei den anderen Parteien gibt es nur kleine Änderungen. FDP und AfD ringen weiter um den vierten Platz. Die FDP kommt zurzeit auf 11,7 Prozent (10-13 Prozent), während die AfD 10,9 Prozent (10-12 Prozent) erreichen könnte. Deutlich zurück ist die Linke mit 6,3 Prozent (6-8 Prozent) positioniert. Schließlich stehen die Sonstigen bei 8,1 Prozent (6-9 Prozent).

Wenn man den mittleren absoluten Fehler  30 Tage vor der Wahl auf etwa 2,5 Prozentpunkte taxiert, was wir in einer Analyse mit den Daten der vorigen Wahl berechnet haben, dann ist der Wahlausgang noch völlig offen.

Der erste Fernsehdreikampf am Sonntagabend hat daran wenig geändert. Durch Vergleich der Kurse in der Wahlbörse vor und mehrere Stunden nach der Sendung zeigten sich nur geringe Differenzen. Die Grünen und die SPD verbesserten sich um 0,2 und 0,1 Prozentpunkte, während die Union und die übrigen Parteien 0,1 und 0,2 Prozentpunkte verloren.

 

Interessierte können noch in die Wahlbörse einsteigen.

Anders als bei den meisten anderen Prognosemärkten wird die PESM Plattform als Echtgeldbörsenplatz betrieben, bei der die Teilnehmer einen Geldbetrag ihrer Wahl auf ihr Konto einzahlen, um damit an allen laufenden und kommenden Börsenplätzen handeln zu können. Dabei folgt der Veranstalter dem Rahmen eines Nullsummenspiels. Nullsummenspiele zeichnen sich dadurch aus, dass sämtliche Einzahlungen der Teilnehmer später auch wieder ausgezahlt werden, wobei die Gelder im Spielverlauf umverteilt werden können. Anders formuliert bedeutet das, dass keinerlei Gebühren für die Börsianer anfallen, und dass die Prognosys Bewertungs GmbH sich nicht an den Spieleinsätzen bereichert.

Prof. Dr. Walter Mohr ist Leiter der Prognosys Bewertungs GmbH.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel aus