Nato deeskaliert mit Waffenlieferungen und Militärübungen

90 Tonnen Waffen aus den USA sind heute in der Ukraine eingetroffen. Bild: US Embassy

CNN berichtet, dass die Evakuierung des nicht notwendigen Botschaftspersonals aus Kiew geplant ist, während die USA 90 Tonnen Waffen liefern und die Nato ein bislang nicht angekündigstes Manöver im Mittelmeer ab Montag abhält

Permanent wird erklärt, die Nato sei ein Verteidigungsbündnis, von dem keine Aggression ausgehe, während sich Russland auf eine Invasion der Ukraine mit der Stationierung von Truppen auf russischem Territorium und einer gemeinsamen Übung von russischen und weißrussischen Truppen an der Grenze vorbereite. Russland müsse deeskalieren, indem es die Truppen von der Grenze abziehe.

Währenddessen werden von vielen Ländern Waffen an die Ukraine geliefert, die baltischen Staaten, die von den USA die Genehmigung zur Lieferung von den US-Waffensystemen Javeline und Stinger erhalten haben, und Großbritannien sind ganz vorne dabei. Die USA haben gerade 90 Tonnen „tödliche“ Waffen nach Kiew gebracht, der erste Teil des militärischen Hilfspakets – genannt „Sicherheitspaket“ –  in Höhe von 200 Millionen US-Dollar. Die US-Botschaft schreibt: „This shipment includes close to 200,000 pounds of lethal aid, including ammunition for the front line defenders of Ukraine.“

CNN berichtet, die US-Botschaft in Kiew habe sich an das US-Außenministerium gewandt, die Ausreise des nicht notwendigen Personals und der Familienangehörigen zu genehmigen. Das habe man von verschiedenen Quellen gehört, die Botschaft selbst will dies nicht kommentieren und verwies CNN an das Ministerium. Ein Sprecher sagte, man habe derzeit nichts anzukündigen. Die Evakuierungen sollen Anfang nächster Woche beginnen. Der ukrainische Präsident Selenskij, der in einer Video-Ansprache versucht hat, die Ukrainer zu beruhigen und nicht in Panik zu verfallen, soll darüber mit Außenminister Blinken gesprochen und erklärt haben, das sei eine „Überreaktion“. Falls die US-Regierung dies tatsächlich ausführen würde, wäre dies ein Zeichen, dass man die Kriegsgefahr sehr hoch einschätzt.

Die Nato startet die bislang unangekündigte Militärübung Neptune Strike 22 unter amerikanischem Kommando mit 140 Schiffen und 10.000 Soldaten am Montag im Mittelmeer. Betont wird vom Pentagon, die Übung sei schon lange geplant gewesen. Pentagon-Sprecher John F. Kirby sagte am Freitag, man habe angesichts der gegenwärtigen Spannungen überlegt, ob sie stattfinden soll und sich dann doch dafür entschieden.

Gerade weil Kirby so sehr betont, dass alles nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun habe, ist man davon nicht überzeugt: „Sie wurde nicht im Jahr 2020 in Erwartung eines russischen Angriffs auf die Ukraine geplant. Die Übung selbst ist nicht für Szenarien konzipiert, die in Bezug auf die Ukraine eintreten könnten. Es handelt sich wirklich um eine maritime Übung der NATO, um … eine breite Palette von maritimen Fähigkeiten zu testen, die wir weiter verbessern wollen.“  Warum die Übung trotz der angespannten Lage durchgeführt wird, sagte Kirby nicht.

Russland beendet heute ein Marinemanöver zusammen mit Iran und China im Golf von Oman. Die russischen Schiffe werden dann an der am Donnerstag bekannt gegebenen großen Übung der Marine, teilnehmen. Mit insgesamt 140 Schiffen, mehr als 60 Flugzeugen und 10.000 Soldaten soll die Übung an den russischen Küsten sowie im Mittelmehr, im Pazifik, im Nordost-Atlantik in den nördlichen Meeren stattfinden.

Das Bild vom Flugzeugträger USS Harry S. Truman fand Stoltenberg für seinen Tweet geeignet.

Teilnehmen wird auch der Flugzeugträger USS Harry S. Truman mit Kampfverband. Der Verband hätte eigentlich Mitte Dezember wieder das Mittelmeer verlassen sollen, blieb aber dort, um den europäischen Partnern zu demonstrieren, dass die USA angesichts der russischen Bedrohung regionale Sicherheit gewährleisten. Nato-Generalsekretär Stoltenberg sieht in der Teilnahme des Flugzeugträgers an der Übung „ein starkes Zeichen der transatlantischen Einheit. Die Nato wird immer alles tun, was notwendig ist, um alle Alliierten zu schützen und zu verteidigen“.

Im März und April findet die bislang größte Nato-Übung Cold Response  in der Arktis mit  35.000 Soldaten aus 28 Ländern  statt, also in der nächsten großen Konfliktzone mit Russland.  Dabei sein werden der britische Flugzeugträger HMS Prince of Wales und wieder der US-Flugzeugträger Harry S. Truman. Das soll eine Reaktion darauf sein, dass Russland Tsirkon-Überschallraketen auf Fregatten und U-Booten in der Barentsee stationieren wird, nachdem ein Test im Dezember erfolgreich gewesen ist. Cold Response ist eine Übung, die regelmäßig in Norwegen stattfindet.  Für kommende Übung wurden Beobachter aus allen OSZE-Ländern, einschließlich Russland, eingeladen.

Fälschlicherweise hatte ich von 90.000 Tonnen Waffen gesprochen, es sind 90 Tonnen.

4 Kommentare zu Nato deeskaliert mit Waffenlieferungen und Militärübungen

  • Und das ist ja völlig lustig !!!
    Unterschrift unter dem Bild !

    „90.000 Tonnen Waffen aus den USA sind heute in der Ukraine eingetroffen.“
    ————————————————————————————

    Dabei unterliege ich nunmehr seit Jahren der “ Verschwörung “ ::

    Die Lieferketten seien unterbrochen.

    WAS FÜR EIN LÜGENGEBILDE ZEIGT SICH DA ?!

    juergen

    Antwort
  • Man sieht jetzt sehr deutlich, was die ukrainische Polit-Elite und ihre Hintermänner drauf haben: Umbau der Ukraine in einen kriegsbereiten Frontstaat, eigentlich die vorweggenomme Nato-Mitgliedschaft. Jedem Ukrainer müsste doch aufgehen, dass die auf West-Anschluss ausgerichtete Politik für ihn im wahrsten Sinn lebensbedrohlich ist. Das Drehbuch der USA/Nato/EU setzt doch klare Prioritäten: Erst den Kreml knacken. Dafür wird jetzt ein patriotischer Waffengang der Bevölkerung gegen den östlichen Aggressor vorbereitet. Vielleicht waffentechnisch begrenzbar, dass nicht gleich ganz Europa in Flammen steht, aber auf jeden Fall tödlich für einen nicht unerheblichen Teil des ukrainischen Staatsvolks. Danksagung an Selenskij, das Pentagon und das Nato-Hauptquartier.

    Antwort
  • 200.000lb sind umgerechnet 90.718,474kg nicht Tonnen. Geht´s noch!

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    • danke, ist natürlich richtig, sollte nicht passieren, ich muss das irgendwo falsch gesehen haben

      Antwort

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