Pharma-Imperialismus

Mit Coronaviren befalle Zelle. Bild: NIAID

Opium-Kriege, Blitz-Siege und und mögliche Folgen der Corona-Pandemie

 

Es hat beinahe ein ganzes Jahr gedauert, bis die seriöse Gesundheitswissenschaft sich von ihrer Verblüffung über die Zahlenspielereien und mitunter übertriebenen Todesfallvoraussagen der regierungsdienlichen „Experten“ in Sachen „Corona“ erholt hatte und ihr Fachwissen dagegen aktivierte.

Ein erster kleiner Schritt auf diesem Wege war die Frage danach, ob es Altersgruppen gäbe, die besonders infektionsanfällig seien. Es hat dann aber langeMonate gedauert, bis die epidemiologisch eigentliche primäre Frage nach besonders infektionsriskanten Lebens-, Wohn- und Arbeitsverhältnissen überhaupt gestellt wurde. Die Stadt Köln hat für ein sozial schwaches und zugleich überbelegtes Stadtviertel erst jetzt ein gesundheitliches Sonderprogramm aufgelegt.

Weder der Bundesregierung noch den einschlägig bekannten Landesregierungen ging und geht es in Sachen „Corona“ um wirksame, epidemiologisch fundierte Gesundheitspolitik. Die stattdessen seit zwei Jahren gegenüber der Bevölkerung praktizierte „Holzhammermethode“ hat der Politik einen enormen Machtzuwachs beschert, auf den man weder rasch noch gerne verzichten wird.

Zudem werden durch die gezielte Verengung der Gesundheitsdebatte auf bloße „Impfmedizin“ andere dringliche Fragen wie der Mangel an Pflegekräften, der Abbau der wohnortnahen Krankenhausversorgung, insbesondere der Geburtshilfe und der Kinderheilkunde, erfolgreich überspielt.

Zuletzt wird mit der gegenwärtigen Priorisierung der „Impfmedizin“ einem wirtschaftsstarken und politiknahen Einflussfaktor entgegengekommen. Der Ministerpräsident Bayerns verfolgt eine solche „Pro Pharma“-Politik ganz offen (Bayern: Gesundheitsprofit und Virendiktat).

Hätte das Robert Koch Institut eine solide und seriöse Pandemiestrategie entwickeln wollen, hätte es nur das zum Schüren von Panik missbrauchte Beispiel Bergamo und die Lombardei epidemiologisch näher untersuchen müssen. Es hätte dann sehr schnell die besonders ungünstigen ökologischen, demografischen und infrastrukturellen Bedingungen in diesem Raum entdecken können und eine sachgerechte regionalepidemiologische Strategie statt des „Holzhammers“ samt seiner immensen Kollateralschäden entwickeln können.

Dass von Seiten der seriösen Gesundheitswissenschaft und der ethischen Gesundheitstätigen erst reichlich spät Kritik an der „Corona“-Politik vorgetragen wurde, hat sicherlich mit der Sorge zu tun gehabt, fachlich diskriminiert zu werden. Vor allem haben viele mögliche Kritiker und Kritikerinnen die Doppelbödigkeit der gesamten Covid-Debatte lange nicht durchschaut: Interessen- und Machtpolitik im Gewande von Gesundheits- und Daseinsvorsorgepolitik.

Pharma-Plutokratie und Neue Weltordnung

Mit welchen Wirtschafts- und Einflussmächten sich die deutschen, europäischen und atlantischen Eliten unter Ausnutzung der Corona-Panik zu einer neuen weltweiten „Herrschafts-Cloud“ mit humanitärem Anstrich zusammengefunden haben, kann am Beispiel Bill Gates aufgezeigt werden.

B.G. ist mit einem geschätzten Vermögen von ca. 116 Milliarden Dollar der „zweitreichste Mann der Welt hinter Amazon-Chef Jeff Bezos“. Daneben führt er zusammen mit seiner Ex-Frau die Gates-Stiftung als weltweit mächtigste private Wohltätigkeitsstiftung. Diese hat seit ihrer Gründung etwa im Jahr 2000 mehr als  20 Milliarden Dollar in die Entwicklung und Verbreitung von Impfstoffen investiert.

Der Sender Arte TV hat im Herbst 2020 einen mutigen Beitrag gebracht, in dem die enorme Marktmacht und der enorme Politikfaktor von „Big Pharma“ dargestellt werden. Arte TV schreibt dazu u. a.: „Seit rund zehn Jahren hat sich der Arzneimittelmarkt stark verändert. Eine Handvoll Großkonzerne… stellt den Großteil der Medikamente auf dem Weltmarkt her. Sie sind reicher und mächtiger denn je und können über die Gesundheitspolitik von Regierungen entscheiden.“

Im Bereich der Online-Medien berichtet der schweizerische Dienst „Infosperber“ seit Jahren über politische Pressionen und finanzielle Korruption seitens der Pharmakonzerne. Ihre Gier, so Arte TV, sei durch die Corona-Pandemie noch weiter angestachelt worden.

Für die seriöse Gesundheitswissenschaft und für ethische Gesundheitstätige hat „Corona“ nur dann eine Stärkung ihrer Position zur Folge, wenn sie daraus die grundsätzliche Doppelbödigkeit von Gesundheitsversorgung und Daseinsvorsorge in kapitalistischen Ökonomien bzw. Nationen deutlicher wahrnehmen als bisher.

Insbesondere in den „alten“ Bundesländern gibt es eine fatale jahrzehntelange Tradition sozialmedizinischer Blindheit und organmedizinischer Einseitigkeit, die sicherlich zur langen Wehrlosigkeit der Gesundheitstätigen gegen die Panikpolitik von Bund und Ländern beigetragen hat (Von der Organmedizin zur Virusmedizin).

Aus diesem Grund ist es zunächst angezeigt, an dieser Stelle die parallel zur Corona-Pandemie ablaufende Propagierung des so genannten „Great Reset“ anzusprechen. Dieser „Große Neustart“ wurde vom Weltwirtschaftsforum (WEF) als Neugestaltung der weltweiten Gesellschaft und Wirtschaft im Anschluss an die Covid-19-Krise konzipiert. Er soll den Kapitalismus verbessern, nachhaltiger ausrichten, „verantwortungsvoller“ (WEF-Direktor Klaus Schwab) machen.

Wachhalte-Pharma als Blitzkriegs-Waffe

Vielleicht hilft es der seriösen Gesundheitswissenschaft und den ethischen Gesundheitstätigen bei einem besseren Erkennen der Doppelbödigkeiten von angeblich humaner Gesundheitsversorgung und tatsächlicher autoritärer Kommandopolitik, wenn die Rolle des Pharmazeutikums „Metamphetamin“, bekannt unter dem Markennamen „Pervitin“, für die Blitzsiege der Deutschen Wehrmacht vor allem 1939 über Polen und 1940 über Frankreich hier dargestellt wird.

Pervitin war ein Wachhaltemedikament, das in Deutschland in den 1930iger Jahren vor allem von den Temmler-Werken hergestellt wurde. Das Medikament wurde in enormen Mengen vor allem an Panzerbesatzungen, Fliegerbesatzungen und U-Bootbesatzungen ausgegeben, um deren Durchhaltefähigkeit zu erhöhen.

Die „Welt“ schreibt richtig, dass das so erfolgreiche Konzept von Generaloberst Heinz Guderian, nämlich das „Gefecht der verbundenen Waffen“ (Panzer und Sturzkampfbomber), ohne medikamentöse Steigerung des Durchhaltevermögens der Kämpfenden nicht zu erreichen gewesen wäre. Unter den Landsern wurden die Pervitin-Tabletten als „Panzer-Schokolade“ bzw. als „Stuka“-Pillen bezeichnet. Zur Vorbereitung des so genannten „Westfeldzuges“ lieferten die Temmler-Werke 35 Millionen Tabletten Pervitin.

Opium für die Kolonisierung Chinas

Nicht nur das Wachhalte-Medikament „Pervitin“ der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg lehrt die bisher übersehene Doppelbödigkeit angeblich humaner Gesundheitsversorgung und tatsächlich autoritärer Kommandopolitik.

Besonders eindrucksvoll und überzeugend sind die beiden Opium-Kriege, die das Vereinigte Königreich zur Kolonisierung Chinas geführt hat. 2018 schreibt die „Welt“ hierzu: „Das wichtigste Exportgut Britisch-Indiens war Opium. In den 1830ern fluteten Kaufleute mit der Droge das Kaiserreich China. Millionen wurden süchtig. Widerstand wurde von der Royal Navy gebrochen.“

Dabei war der Erste Opium-Krieg Mitte des 19. Jahrhunderts nur ein Vorwand, um China seine Souveränität über den eigenen Außenhandel zu entziehen und die Märkte Chinas für die britische Wirtschaft und andere westliche Wirtschaften zu öffnen.

Eine Nebenfolge der Opiumkriege gegen China war die Zerstörung des traditionellen chinesischen Gesellschafts- und Staatsgefüges. Hier ist die Parallele zur Corona-Propaganda und Impf-Politik als Mittel der Zerstörung der traditionellen Nationalgesellschaften und Staatssysteme des alten Europas unübersehbar.

Mit dem Zweiten Opiumkrieg nach der Mitte des 19. Jahrhunderts erweiterten Großbritannien und Frankreich ihren Zugriff auf die Märkte Chinas. Es störte Großbritannien, dass China im bilateralen Handel der Gewinner war. Man forderte daher eine breite Öffnung der chinesischen Häfen für englische Waren. Der Opium-Handel war dabei das Mittel, um die britische Handelsbilanz gegenüber China positiv zu gestalten.

Wikipedia schreibt dazu: „Der Erste Opiumkrieg leitete den Niedergang Chinas von der einst uneingeschränkten Hegemonialmacht Asiens zu einer informellen Kolonie westlicher Mächte ein, die China bis zur Wende zum 20. Jahrhundert bleiben sollte.“

Die globale Impfmedizin könnte mit Europa ähnliches bewirken. Eine offene Flanke der europäischen Gesellschaften ist die Pflegedemografie. Die Familien werden kleiner und sind zunehmend weniger in der Lage, die länger lebenden Älteren zu versorgen und zu pflegen. Gleichzeitig sind die Pflegeversicherungen mehrheitlich nur Teilkaskoversicherungen.

Die Bergamo-Panik war bekanntlich vor allem eine Folge der von Merkel und Schäuble betriebenen Krankenhäuser-Zerstörung in der Lombardei als Folge der Sparpolitik und der von Monte & Co. praktizierten Verjagung der karibischen und afrikanischen Pflegekräfte.

Diese offene Flanke der europäischen Gesellschaften wird von internationalen Kapitalgesellschaften mittlerweile als Anlagefeld genutzt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und andere verweisen anhaltend darauf, das sich der Pflegesektor zu einem Einfallstor für die internationale Durchkapitalisierung der Sozialstaaten Europas entwickelt.


Albrecht Goeschel, Prof. (Gast), Jahrgang 1945, lehrte an Hochschulen im Inland und Ausland Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften, insbesondere auch Gesundheitswissenschaft. Lange Jahre Wissenschaftlicher Direktor der Studiengruppe für Sozialforschung e.V. München. Mitglied des Präsidiums der Accademia ed Istituto per la Ricerca Sociale Verona. Berater von Ministerien, Organisationen, Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland, Italien, Russland und Angola.

In den 1960er Jahren Mitbegründer der Polizeisoziologie für Westdeutschland durch Veröffentlichungen in der Europäischen Verlags-Anstalt, dem Luchterhand-Verlag, dem Suhrkamp-Verlag und dem Westdeutschen Verlag. Förderung durch die Gewerkschaft der Polizei.

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