Spanien legt ein „Register“ für Impfverweigerer an

Am Samstag kamen die ersten Impfstoffe von Biontech/Pfizer nach Spanien. Bild: Ministerio de Sanidad

Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa stellt zwar die Freiwilligkeit heraus, aber wer zur Impfung aufgefordert wurde, kommt auf eine List, die auch „europäische Partner“ erhalten sollen.

Mit Beginn der Massenimpfungen wird das Problem entstehen, ob alle mit der Priorisierung einverstanden sein werden. Das wird vor allem dann ein Problem, wenn die Impfung, auch wenn sie nur eine gewisse Zeit vorhält und erneuert werden muss, nicht nur vor einer Erkrankung schützt, sondern auch garantiert, dass die geimpfte Person nicht mehr ansteckend ist.

Noch betonen alle, dass eine Zwangsimpfung nicht vorgesehen ist. Aber man kann wahrscheinlich darauf wetten, dass Geimpfte, nachgewiesen durch den Impfpass, in bestimmten Bereichen bevorzugt werden, beispielsweise bei der Nutzung von Verkehrsmitteln, der Teilnahme an Massenveranstaltungen oder dem Eintritt in Restaurants, Bars, Discos etc. Dann werden sich diejenigen, die beim Impfen hintanstehen, spätestens diskriminiert sehen und versuchen, möglichst bald an eine Impfung heranzukommen.

Aber da gibt es auch die  nicht gerade Wenigen, die sich noch weigern oder es überflüssig finden, sich impfen zu lassen, oder erst einmal noch abwarten wollen, ob sich die Impfstoffe als sicher erweisen. Interessant ist, wie sich der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa zur Freiwilligkeit der Impfung gegenüber La Sexta äußerte. Man werde die spanischen Bürger zur Impfung aufrufen und diejenigen, die das ablehnen, in eine Liste eintragen, die mit anderen europäischen Partnern teilen. Das sei aber ein Dokument, das man nicht veröffentlichen werde. Und es klingt doch wie eine Drohung: „Die Bürger werden aufgerufen, wann sie dran sind, und warum wir bitten, ist, dass sie dann, wenn sie aufgefordert werden, kommen.“

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Alles sei freiwillig und nicht verpflichtend, allerdings erinnerte der Minister daran, dass die Methode, das Virus zu vernichten, darin besteht, „alle zu impfen“. In die Liste würde die Personen, „denen die Impfung angeboten wurde die und dies einfach abgelehnt haben“. Das mache man so auch bei anderen Behandlungen. Man könne aber dies „aus welchem Grund auch immer in Ausübung seiner rechtmäßigen Freiheit ablehnen“.

Offen bleibt, welchem Zweck diese Liste dienen soll, die man zwar an „europäische Partner“ weitergeben will, die aber nicht veröffentlicht werden soll, da man das „mit der höchsten Achtung des Datenschutzes“ mache. Und es klingt auch so, dass auch andere europäische Länder ähnlich verfahren. Die Frage entsteht, ob mit solchen Äußerungen Druck aufgebaut werden soll, aber vor allem, ob eine Impfverweigerung Folgen haben könnte, beispielsweise für die Behandlung, falls Impfverweigerer an Covid-19 erkranken sollten.

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