USA versus Iran: Machtdemonstration mit strategischen Bomber

Strategischer B1-Bomber. Bild: USAF

Die Lage im Nahen Osten ist weiterhin höchst aufgeladen. Es wird gezündelt, dementsprechend explosiv ist die Situation.

Die US-Luftwaffe ließ einen strategischen B-1B Bomber in einer deutlichen Warnung Richtung Iran vom Golf von Aden über die Bab el-Mandeb-Straße, das Rote Meer und den Suez-Kanal bis hin zur Straße von Hormus und dem Golf von Oman fliegen. CentCom bezeichnete den Flug als „Botschaft der Beruhigung“ oder auch der Stärke.

Kampfflieger aus Bahrain, Ägypten, Israel und Saudi-Arabien begleiteten den Bomber jeweils über dem Territorium ihres Landes. CentCom-Kommandeur General Frank McKenzie erklärte, die gemeinsame Demonstration versichere: „Gemeinsam sind wir stark.“ Es war bereits die fünfte Machtdemonstration dieser Art in diesem Jahr.

Die Gemeinsamkeit symbolisiert eine gewisse Waffenbrüderschaft Israels mit den arabischen Staaten und umgekehrt. Saudi-Arabien kämpft im Jemen gegen die von Iran unterstützten Huthis, Israel führt fortwährend Schläge gegen iranische Milizen in Syrien  und mit Anschlägen gegen das Nuklearprogramm Irans. Israel widersetzt sich weiterhin der von Joe Biden geäußerten Absicht, das von Trump gecancelte Atomabkommen mit dem Iran wieder aufzunehmen. Das ist allerdings nach der Wahl im Iran, die von der Khameini-Fraktion gewonnen wurde, schwieriger geworden.

Der Iran hat sich zu  den Bomberflug nicht geäußert, zuvor aber schon Israel und die USA für einen Angriff auf ein IT-System vergangenen Dienstag verantwortlich gemacht, das es Iranern mit einem digitalen Ausweis ermöglicht, kostenlos oder billiger zu tanken. Es kam zu Warteschlangen und Ärger, Iran beschuldigt Israel und die USA, Unruhen provozieren zu wollen.

Die israelische Regierung will den Militärhaushalt um 1,5 Milliarden US-Dollar aufstocken, um Irans Atomanlagen angreifen und dafür u.a. neue amerikanische bunkerbrechende Waffen kaufen zu können (Israel rüstet für einen Angriff auf iranische Atomanlagen auf).  Irans Militär warnt vor einem Angriff. Stabschef Generalmajor Mohammad Baqeri sagte, Israel und USA seien derzeit schwach. Das zeige sich am Abzug aus Afghanistan, den beginnenden Abzug aus dem Irak und Syrien, die Verlegung von Patriot-Systemen und von Marineeinheiten aus dem Persischen Golf in die südchinessische Region. Der oberste Kommandeur der Revolutionären Garden Hossein Salami meinte, die USA würden aus der Region fliehen. Der „Islam und die Muslime“ hätten gesiegt.

Gut möglich, dass deswegen das Pentagon den Bomberflug durchführte, um den Alliierten im Nahen Osten zu zeigen, dass man noch da ist, da sich der Schwerpunkt der militarisierten Außenpolitik der USA nach Asien gegen China verlagert. Überdies beschuldigen die USA Iran, für den „komplexen“ Angriff auf den amerikanischen Stützpunkt al-Tanf am 20. Oktober verantwortlich zu sein. Dabei wurde niemand verletzt oder getötet, aber offenbar größerer Schaden angerichtet. Der Stützpunkt wurde mit Drohnen und Raketen angegriffen, der Angriff könnte auch eine Reaktion auf die Bombardierung einer Stellung iranisch-irakischer Milizen in Palmyra durch israelische Kampfflugzeuge.

US-Präsident Biden erklärte gestern auf einer Pressekonferenz zum G20-Treffen, dass man auf die „Aktionen Irans gegen die Interessen der USA, gleichgültig ob es Drohnenangriffe sind oder etwas anderes, reagieren“ werde. Am Freitag zuvor hatte die USA Sanktionen gegen zwei Kommandeure der Revolutionären Garden und zwei iranische Firmen verhängt, die Drohnen und anderes Material an Gruppen im Irak, Libanon, Jemen und Äthiopien geliefert haben.

Israel scheint sich derweilen auf einen Krieg mit den Hisbollah aus dem Libanon vorzubereiten. Die Verbündeten mit dem Iran haben sich mit Raketen iranischer Herkunft aufgerüstet, die weitaus gefährlicher sind als die der Hamas, weil sie u.a. mit Präzisionsraketen ausgestattet sind. Israel rechnet damit, dass täglich 2000 Raketen von der Hisbollah, die über die Jahre zahlreiche Tunnels und unterirdische Anlagen gebaut hat, abgeschossen werden könnten. Das Heimatfrontkommando und die Nationale Notstandsbehörde (RAHEL) üben ab Sonntag eine Woche lang die Evakuierung der Bewohner aus dem Norden und die Abwehr des Raketenhagels.

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