Wahlbörse zur Bundestagswahl: SPD hält den Vorsprung

Grafik: Bundestagswahl 2021
Bild: Tim Reckmann/CC-BY 2.0

Wir stellen bis zur Bundestagswahl Ergebnisse der PESM Wahlbörse vor. Im Gegensatz zu Umfragen fragen Wahlbörsen: Wie werden die einzelnen Parteien abschneiden? Die kollektive Intelligenz der Teilnehmer bestimmt bei Wahlbörsen die resultierende Prognose.

 

Eine Bundestagswahl wird in der Regel nicht im Fernsehstudio entschieden. Allerdings zählt das zweite Duell 2002 zwischen Stoiber und Schröder zu den vielbeachteten Ausnahmen. Das zweite Triell am Sonntag hat nach den unmittelbar danach durchgeführten Umfragen von infratest und Forschungsgruppe Wahlen wiederum Scholz gewonnen.

An der Wahlbörse zeigten sich danach nur geringfügige Veränderungen. Im Laufe der Woche hat sich die Union auf niedrigem Niveau bei etwa 21 Prozent stabilisiert, konnte aber noch keine richtige Trendumkehr einleiten. Der Vorsprung der SPD hat sich sogar noch etwas auf 4,3 Prozentpunkte erhöht. Bei den  zwölf Umfrageinstituten, deren Anzahl rekordverdächtig ist,  liegt die SPD zwischen 2 und 9 Prozentpunkten vorn. Nach den Regeln der Wahlstatistik ist theoretisch ein solcher Rückstand mit geringer Wahrscheinlichkeit aufzuholen, weil sich die beiden Prognoseintervalle für SPD und Union noch überlappen. Jedoch benötigt man dazu in der Praxis eher Holzhammer-Methoden in Form von Schlammschlachten, was auch schon vereinzelt passiert, oder einen handfesten Skandal.

Es werden jetzt die Werte aus unserer Wahlbörse vom 13.9. angegeben, wobei wie üblich in Klammern der kleinste und größte Schätzwert der anderen Institute aufgeführt wird.

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Die SPD kommt aktuell auf 25,6 Prozent (22-28 Prozent), während die Union bei 21,3 Prozent steht (19-25 Prozent). Den dritten Platz behaupten weiterhin die Grünen mit 16,3 Prozent (14-17 Prozent). Größere Schwankungen gibt es momentan bei der FDP, die 11,3 Prozent erreicht (9,5-13 Prozent). Dabei sind die beiden letztgenannten Parteien etwas zurückgefallen. Nur knapp dahinter folgt relativ konstant die AfD mit 11,1 Prozent (11-12 Prozent). Die Linke ist mit 6,2 Prozent (6-7,2 Prozent) noch nicht völlig sicher. Die sonstigen Parteien werden mit 8,2 Prozent (6-10,5 Prozent) bewertet.

Die Besonderheit dieser Bundestagswahl besteht u.a. darin, dass erstmals seit 1949 keine Amtsinhaberin oder Amtsinhaber antritt, und es keinen Amtsbonus gibt.

Ab jetzt werden die Prognosen besonders interessant, weil eine unserer Studien für die Bundestagswahl 2017 gezeigt hat, dass sie in den letzten 14 Tagen deutlich an Präzision zulegen.

Interessierte können immer noch in die Wahlbörse einsteigen.

Anders als bei den meisten anderen Prognosemärkten wird die PESM Plattform als Echtgeldbörsenplatz betrieben, bei der die Teilnehmer einen Geldbetrag ihrer Wahl auf ihr Konto einzahlen, um damit an allen laufenden und kommenden Börsenplätzen handeln zu können. Dabei folgt der Veranstalter dem Rahmen eines Nullsummenspiels. Nullsummenspiele zeichnen sich dadurch aus, dass sämtliche Einzahlungen der Teilnehmer später auch wieder ausgezahlt werden, wobei die Gelder im Spielverlauf umverteilt werden können. Anders formuliert bedeutet das, dass keinerlei Gebühren für die Börsianer anfallen, und dass die Prognosys Bewertungs GmbH sich nicht an den Spieleinsätzen bereichert.

Prof. Dr. Walter Mohr ist Leiter der Prognosys Bewertungs GmbH.

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