Wahlprognose Rheinland-Pfalz: SPD hängt CDU ab

SPD wird mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) vermutlich stärkste Partei. Bild: Staatskanzlei RLP / Silz

Unsere Zahlen zu den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz

Vier Tage vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sind die Verhältnisse klarer geworden. Dabei geben wir den aktuellen Stand unserer PESM-Wahlbörse an sowie als Vergleich in Klammern den kleinsten und größten Wert aus den vier Märzumfragen von infratest dimap, Forschungsgruppe Wahlen, Civey und INSA.

Beim letzten Bericht war unsere Wahlbörse mit der Einschätzung eines Gleichstandes zwischen SPD und CDU allein auf weiter Flur. Die Umfrageinstitute sahen die CDU mit 2-3 Prozentpunkten vorn. Jetzt hat sich das Bild wegen der Bestechungsvorwürfe von zwei Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU in der Schutzmaskenaffäre völlig verändert. Die Wahlbörse hat unmittelbar nach den Informationen reagiert, während die Umfrageinstitute einige Tage dazu brauchten.

Nunmehr führt in der Wahlbörse die SPD klar mit 32,4 Prozent (30-33 Prozent) vor der CDU, die auf 26,2 Prozent (28-30 Prozent) kommt. Dahinter folgen die Grünen mit 12,0 Prozent (11-12,9 Prozent), die gegenüber der Vorwahl von 2016 ihren Anteil mehr als verdoppeln können. Den vierten Platz belegt die AfD unter erheblichen Verlusten mit 9,2 Prozent (8,6-10 Prozent). Die FDP steht bei 8,2 Prozent (6-9 Prozent) und könnte von den Verlusten der CDU profitieren. Die Linke wird mit 3,5 Prozent (2,5-3 Prozent) auch dieses Mal den Einzug in das Parlament verfehlen. Die Sonstigen (Summe aller Kleinparteien) werden bei dieser Wahl mit 8,5 Prozent (7,7-9 Prozent) erheblich besser abschneiden als 2016.

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Bei diesen Zahlen ist die durchaus beliebte aktuelle Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP favorisiert. Das könnte zusätzlich eine Signalwirkung für Baden-Württemberg und die Bundestagswahl ergeben. Rechnerisch ist ebenfalls eine große Koalition aus SPD und CDU möglich sowie ein Dreierbündnis aus CDU, Grünen und FDP. Sogar eine Kombination aus SPD und Grünen ist noch in Reichweite.

In den verbleibenden Tagen gibt es noch einige Umfragen und die Wahlbörse läuft bis zum Wahltag. Das könnte ein Grund für ihre meist besseren Prognosen sein, die wegen der sehr hohen Anzahl von Briefwählern schwieriger werden.

An unserer Wahlbörse kann man die spannenden letzten Tage noch verfolgen unter: https://boerse.prognosys.de

Prof. Dr. Walter Mohr ist Leiter der Prognosys Bewertungs GmbH.

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