Welthunger: Direktor des Welternährungsprogramms appelliert an Milliardäre wie Elon Musk

Bild: WFP

David Beasley hat ein 6,6-Milliarden-USD-Programm vorgelegt, wie 42 Millionen Menschen, die zu verhungern drohen, ein Jahr lang ernährt werden könnten. Bislang halten sich Elon Musk, Jeff Bezos und Co., die den Welthunger leicht bekämpfen könnten, bedeckt.

 

David Beasley, der Direktor des Welternährungsprogramms (WFP) und frühere republikanische Gouverneur von South Carolina, hatte Ende Oktober in einem CNN-Interview die Superreichen aufgefordert, einen Bruchteil ihres während der Corona-Krise angewachsenen Vermögens zu stiften, um Menschen vor dem Hungertod zu retten: „6 Milliarden US-Dollar reichen, um 42 Millionen Menschen zu helfen, die sterben werden, wenn wir sie nicht erreichen. Das ist nicht kompliziert.“

 

Neben Jeff Bezos, der am meisten von der Pandemie profitierte, sprach er Elon Musk direkt in Bezug auf den Welthunger an. Der müsste gerade einmal 2 Prozent seines Vermögens geben, um dringende Hilfe für die 42 Millionen Menschen in 46 Ländern zu leisten. Der amerikanische Oligarch meldete sich am 31. Oktober sogar über Twitter und gab seine Bereitschaft unter einer Bedingung kund:

„Wenn das WFP in diesem Twitter-Thread genau beschreiben kann, wie 6 Milliarden Dollar den Hunger in der Welt lösen werden, werde ich sofort Tesla-Aktien verkaufen und es tun. Aber es muss eine offene Buchführung sein, damit die Öffentlichkeit genau sieht, wie das Geld ausgegeben wird.“

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Beasley antwortete:

„Ich kann Ihnen versichern, dass wir über die nötigen Systeme für Transparenz und eine offene Buchführung verfügen. Ihr Team kann dies überprüfen und mit uns zusammenarbeiten, um sich darauf verlassen zu können.“

Das kann man so versprechen, aber man muss es nicht glauben. Am 8. November mahnte er die Superreichen und Regierungschefs noch einmal auf BBC, die doch alles tun würden, wenn ihr Kind zu verhungern droht. Es gäbe ein Vermögen von 400 Billionen US-Dollar auf der Welt, es sei eine Schande, auch wenn nur ein einziges Kind an Hunger sterben müsse.

Man könne zwar den Welthunger mit den 6 Milliarden von Elon Musk nicht beenden, aber eine Hungerkatastrophe verhindern, schrieb er am 18. November, nachdem bereits am 3. November vom WFP eine Zusammenfassung von einem Programm zur Umsetzung der  von Milliardären einmalig geforderten Spenden erstellt worden war:

„Die benötigten 6,6 Milliarden US-Dollar würden den Bedürftigsten wie folgt helfen: eine Mahlzeit pro Tag, das Minimum, das zum Überleben notwendig ist – für durchschnittlich 0,43 US-Dollar pro Person und Tag, verteilt auf die 43 Länder. Dies würde 42 Millionen Menschen ein Jahr lang ernähren und die Gefahr einer Hungersnot abwenden.“

Der Hunger steige weltweit an. 282 Millionen in 80 Ländern würden an akuten Hunger leiden – 110 Prozent mehr als 2019. Ursache seien Konflikte, die Klimakrise und wirtschaftliche Einbrüche durch Covid-19. Betroffen sind vor allem die Republik Kongo, Afghanistan, Jemen, Äthiopien, Sudan, Südsudan, Venezuela, Haiti, Syrien und Pakistan. In Afghanistan haben fast 23 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung, nicht genug zu essen.

Von den 6,6 Milliarden US-Dollar sind 3,5 Milliarden für Lebensmittel und deren Lieferung vorgesehen, 2 Milliarden für Bargeld oder Lebensmittelgutscheine, 700 Millionen für den länderspezifischen Aufbau der Versorgung und der Kontrolle, dass sie auch ankommt, und 400 Millionen für das globale Management.

Elon Musk hat auf den Vorschlag etwas gegen den Welthunger zu unternehmen bislang nicht geantwortet, dafür aber schon am 9. November begonnen, Aktien zu verkaufen. Allerdings wohl nicht, um den Hunger zu bekämpfen, sondern um anstehende Steuerschulden zu bezahlen, die geringer ausfallen, weswegen er nach Texas gezogen ist. Allerdings geht man davon aus, dass er weit mehr Aktionen und Optionen abstoßen wird, vielleicht 20 Milliarden US-Dollar. Es wird gerätselt, was er damit vorhaben könnte. Er beschäftigt sich offenbar vor allem mit seinen Weltraumaktivitäten und überlegt, ob er nicht mal schnell eine neue Universität gründen soll: Texas Institute of Technology & Science.

Fragen kann man sich sowieso, wie in einem Twitter Thread beschrieben werden soll, wie das drängende Hungerproblem gelöst werden soll. Nach Angaben von CNN hat weder Musk selbst noch einer seiner Mitarbeiter sich zu dem Vorschlag von Beasley geäußert. Auch andere Milliardäre scheinen unbeeindruckt zu sein. Bill Gates und Warren Buffett bauen lieber neue Atomkraftwerke.

Beasley macht weiterhin Druck: „Die Welt steht in Flammen. Ich habe vor dem perfekten Sturm gewarnt, der sich aufgrund von Covid, Konflikten, Klimaschocks und jetzt auch noch steigenden Lieferkettenkosten zusammenbraut. ES IST HIER. 45 Millionen Menschenleben stehen auf dem Spiel – und es werden täglich mehr. Wenn man die Menschen nicht ernährt, führt das zu Konflikten, Destabilisierung und Massenmigration.“

Man muss allerdings kein Milliardär sein, das WFP freut sich auch über kleine Spenden.

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