Wladimir Sergijenko: In ukrainischen Gruppen kursieren Aufrufe zum Mord an Russen in Deutschland

In der Ukraine werden T-Shirts mit dem Aufruf zum MOrd an Russen im IS-Stil verkauft.

Sergijenko, der seit einer Woche wieder in Berlin wohnt, berichtet von Drohungen und warnt davor, den durch den Krieg verstärkten Hass auf Russen laufen zu lassen. Es könne sich mit wenigen Gewaltbereiten unter den vielen Flüchtlingen wiederholen, was in der Ukraine geschehen ist: die Ausbreitung voin Lynchjustiz.

Du bist jetzt seit etwa einer Woche in Berlin. Ein Russe in Deutschland. Auf welche Emotionen stößt du hier? Wie geht es dir?

Wladimir Sergijenko: Warum nennst du mich einen Russen?

Stimmt, du bist ja Ukrainer.

Wladimir Sergijenko: Nein, das bin ich auch nicht.

Du bist aber zumindest in der Ukraine geboren. Fühlst du dich als Ukrainer oder als Russe? Oder wie würdest du dich bezeichnen?

Wladimir Sergijenko: Ja, man muss sich jetzt identifizieren. Ich bin Russe oder ich bin nicht Russe oder ich bin Ukrainer, die sprechen auch russisch. Und dann muss ich blitzschnell reagieren, um zu sagen, ob ich für oder gegen Putin bin. Das ist ein bisschen pervers.

Mir persönlich geht es gut, ich kann nicht meckern. Aber ich erfahre schon wieder ein enormes Versagen und eine Kurzsichtigkeit vom Innenministerium, vom BND und vom Verfassungsschutz, was die innere Sicherheit betrifft. Wie kann man sich fühlen, wenn Stefan Evers, der Generalsekretär der CDU Berlin, sagt, dass die Teilnehmer des unter dem Titel „ unter dem Titel „Keine Propaganda in der Schule – Schutz für russisch sprechende Leute, keine Diskriminierung“ angemeldeten Autokorsos faschistische Spinner sind. Er war nicht dort, er hat mit den Menschen nicht gesprochen, er hat nur die russische Fahne gesehen. Es gab aber auch Fahnen von Kasachstan, Deutschland und der Sowjetunion. Die Menschen, die im Treptower Park kurz zu Kalinka getanzt und gesungen haben, als faschistische Spinner zu bezeichnen, ist entweder dumm oder eine Provokation. Er sollte sich entschuldigen.

Annalena Baerbock hat gesagt, wir sind stärker als Hass. Aber was kann sie über die Rhetorik hinaus machen? Gar nichts. Am Morgen habe ich von einem Unbekannten ein Video erhalten, auf dem ein ukrainischer Soldat langsam einen angeketteten Russen mit einem Messer tötet, er schlug mehrmals mit dem Messer zu, versuchte, ihm den Hals durchzuschneiden, und rief dabei: „Ruhm der Ukraine“ (Slava Ukraini) oder „Ukraine über alles“. Wenn der Bundestag dem applaudiert, dann war vielleicht die Übersetzung schlecht. Heute habe ich das nächste Video mit einem Aufruf zum Mord wieder von einem Unbekannten erhalten. Hier schneidet eine Schauspielerin den Kopf eines Gefangenen mit einer Sichel ab und sagt, wir finden euch alle.

Das war gespielt, es wurde niemand wirklich umgebracht.

Wladimir Sergijenko: Es spielt keine Rolle, ob die Bedrohung nur inszeniert oder ob es eine wirkliche Ermordung ist. Auf Facebook liest man: Wir werden abwarten, wir werden Arbeit finden, wir werden in Kitas und Schulen arbeiten und werden eure Kinder auch später finden. Warum spreche ich vom Versagen des Innenministeriums? Die Menschen fliehen vor dem Krieg und bringen Leid, Schmerzen, posttraumatische Belastungen mit sich. Sie bringen aber natürlich auch Wut und den Wunsch nach Lynchjustiz mit nach Deutschland. Man muss sich die Videos aus der Ukraine ansehen, wie mit Dieben umgegangen wird. Sie binden die Menschen mit Plastikklebebändern an Säulen oder Bäumen, ziehen ihnen die Hosen runter und dann kann jeder, der will, sie mit einem Gürtel  schlagen. Das ist nicht witzig. Da kann man nur sagen: Willkommen in Europa.

Blitzschnell wurde nach dem Autokorso in Berlin eine Telegram-Gruppe gegründet. Die Menschen wurden aufgefordert, alle Autonummern der Teilnehmer sammeln. Man kann sich auch die schon aufgelisteten anschauen. Wenn man dann eines dieser Autos irgendwo stehen sieht, dann kann man es beschädigen. Wenn es ein paar Leute sind, dann könnten sie Aufnahmen machen und fordern: Diese Tiere sollten vernichtet werden. Dann gehen sie in eine andere Gruppe, beispielsweise in WhatsApp, machen dort dasselbe ohne die Autonummern und sprechen über Schädlinge. Das müsste schon der Verfassungsschutz prüfen, denn es ist eine Bedrohung auch für Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit oder auch von Menschen, die hier wohnen und Steuern zahlen. Vielleicht ist einer auch prorussisch, aber für Beendigung des Kriegs. Wenn Menschen aus der Straße unterwegs sind und als Russen erscheinen, sollen sie mit Fragen provoziert werden, damit sie ausflippen. Das wäre noch ungefährlich, aber wenn man wiederholt Videos zugeschickt bekommt, in denen Menschen umgebracht werden, dann ist das etwas anderes. Nicht nur ich bekomme solche Videos zugeschickt.

Hunderttausend Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, sind in einem  aufgewühlten Zustand und suchen nach den für ihr Leid Verantwortlichen. Aber wenn es einen Aufruf in den Medien gibt und Menschen wie Stefan Evers dies unterstützen, wenn sie von Faschisten sprechen, dann kann man gegen diese alles machen, sie sind sozusagen gesetzlos. Man muss verstehen, wie Menschen aus ehemaligen Sowjetrepubliken ticken. Die kleinen Gruppen im Internet sind gut organisiert. Wenn eine Gruppe geschlossen wird, gehen sie schnell woandershin. Auch die Russen versuchen sich in Gruppen zu organisieren und diskutieren dauernd darüber, was Fakes sind und was stimmt, was in Butscha geschehen ist oder inszeniert wurde. Das kann man tolerieren. Wenn man aber zu Gewalttaten gegen Russen aufruft und sagt, die Tiere müssen vernichtet werden, ist das etwas anderes. Das können Bots nicht finden, man muss verstehen, wen sie mit Tieren oder Schädlingen meinen, die vernichtet werden müssen.

Die Menschen aus der Ukraine stehen nicht unter Beobachtung. Viele werden nur friedlich protestieren, aber es gibt auch viele, die zur Gewalt aufrufen. Was kann man tun? Soll man zur Polizei gehen und melden, dass man solche Videos zugeschickt bekommen hat? Vielleicht reagiert irgendwann die Staatsanwaltschaft, wenn das oft geschieht, aber es gibt keine Übersicht, wer jetzt alles in Deutschland ist. Das betrifft nicht nur Russen, sondern auch Menschen, die man für Russen hält. Soll man immer auf die Straße gehen und sagen: Ich bin nicht für Putin? Man muss sich jetzt eigentlich immer kenntlich machen.

Gibt es denn in der russischen Community in Deutschland auch solche Hassgruppen gegen die Ukrainer?

Wladimir Sergijenko: Es gibt gegenseitigen Hass. Man wirft sich gegenseitig Dummheit vor, wenn man beispielsweise über Butscha spricht. Da gibt es viele Emotionen. Aber ich sehe in der russischen Community keine Aufrufe zur Vernichtung. Das ist in den geschlossenen ukrainischen Gruppen anders. Auch wenn es vielleicht nur 300 Leute sind und sie nicht beobachtet werden, dann wird es irgendwann zu Auseinandersetzungen auf der Straße kommen, was die Berliner Polizei wahrscheinlich schon bestätigen könnte. Das Innenministerium macht nichts, bis etwas Schlimmes passiert. Es muss erst jemand sterben, bis man sich mit denen beschäftigt, die nicht deutsch sprechen. Das Gefährliche ist, dass die Gruppen nach einer Methode arbeiten, man erklärt, wie man das macht.

Was erklärt man denn?

Wladimir Sergijenko: Neonazis in der Ukraine veröffentlichen seit Jahren Videos, in denen gezeigt wird, wie man mit dummen Menschen umgehen soll, die Russland unterstützen. Wenn sie beispielsweise auf eine Frau aufmerksam werden, die Russisch spricht, dann heißt es, die Frau soll nicht bedroht werden, sondern man müsse sie unterstützen. Wenn sie aus dem Haus geht, schließen sich die Neonazis an und fragen ganz höflich, ob sie Bücher über die ukrainische Geschichte gelesen hat oder ob sie versteht, dass die Russen böse sind. Wenn sie etwas einkauft, soll ihr beim Tragen der schweren Tüten geholfen werden. Und man soll immer weiter sagen, dass sie Unrecht hat. Die Frau ist beispielsweise über 70 und die Jungs sind glatzköpfig, groß und mit dicken Muskeln, dann ist das eine Bedrohung.

In Deutschland heißt es, man soll an der Tür klingeln und Bilder von getöteten Kindern zeigen. Das ist dasselbe wie in der Ukraine vor 5 Jahren. Wenn man die gleichen Fehler wiederholt und in der Gesellschaft damit nicht richtig umgeht, also dass nur der Staat Gewalt anwenden darf, wird das gefährlich. Wenn man jetzt sieht, wie man in der Ukraine mit Dieben, Verrätern oder Verbrechern umgeht, die an den Pranger gebunden werden, dann herrscht Willkür wie in Afghanistan bei den Taliban. Wenn das so weiterläuft, dass man das nicht beobachtet, wird es hier vielleicht auch so kommen.

Du meinst, dass dann die Gewalt auch nach Deutschland kommen wird?

Wladimir Sergijenko: Ja, genau. Unter den Flüchtlingen, die, blöd gesagt, fast alle normale Flüchtlinge sind, sind manche, die nicht verstehen, dass es in dieser Gesellschaft andere Regeln gibt. Sie versuchen herauszufinden, wer pro Putin ist und wollen eine schnelle Gerichtsbarkeit. Sie unterstützen einander. Wenn die nur an der Tür klingeln und Bilder von getöteten Kindern zeigen, dann ist das harmlos, denkt man. Aber wenn man ins Internet schaut und sieht, dass es da bereits Listen mit Namen, Adressen und Kennzeichen gibt, dann ist das nicht mehr harmlos. Wenn man jetzt den Augenblick verpasst und es den ersten Toten gibt, entsteht eine Terrorgefahr. Wir unterschätzen die Gefahr, die von diesen Leuten ausgehen kann.

Man kann sich das auch so vorstellen, dass 100.000 Flüchtlinge aus Syrien kommen und eine Organisation mit Polizei usw. aufbauen, die Syrer von der gegnerischen Seite, von Bashar al-Assad, suchen. Sie finden jemanden und bringen ihn wegen einer Tat um, die er in Syrien begangen hat. Aber das geschieht gegen die Gesetze in Deutschland. Die ukrainische Community ist fast im gleichen Zustand.

Wobei die meisten Flüchtlinge aus der Ukraine ja Frauen, Kinder und Alte sind.

Wladimir Sergijenko: In aller Regel ja. Aber auch wenn es auch nur 300 oder 500 oder 1000 sind, so kannst du dir nicht vorstellen, wie groß die Unterstützung im Internet ist. Das ist keine deutsche Community, du weißt nicht, von wem du angegriffen wirst, ob er in Italien oder in Russland ist. Auch sprachlich ist es enorm schwer für den Verfassungsschutz und die Kripo, richtig das zu verstehen, was geschieht. Aber für die Sicherheit hier müssen die deutschen Behörden sorgen. Die Russen vereinigen sich, sie fühlen sich unter Druck. Man muss dieses Problem wirklich ausdiskutieren. Es gibt natürlich auch solche, die prorussisch sind, aber Angst haben, das zu sagen, weil dann das Finanzamt kommt, sie gekündigt werden, von Ärzten nicht mehr behandelt werden …

Aber du hörst so etwas noch nicht wirklich, dass Russen von Ärzten nicht behandelt werden?

Wladimir Sergijenko: Doch, ich bin in mehreren WhatsApp- und Telegram-Gruppen, wo einige sagen, sie gehen nicht mehr zu diesem oder jenem Arzt, weil dieser sagte, sie sollen die Praxis verlassen. Wir sprechen jetzt über Einzelfälle, aber wenn man  es verpasst zu reagieren, wie man das in der Ukraine verpasst hat, dann entwickeln die Menschen mehr und mehr die Neigung für diese Macht, die sie unbestraft ausüben können. Dazu kommt die Wut, weil es ja Menschen gibt, die Kinder oder Verwandte im Krieg verloren haben.

Das müsste zur Wahrung der Sicherheit diskutiert werden. Ist Deutschland noch ein Land, in dem Diskussionen  stattfinden können? Ich kenne Leute, die diskutieren richtig und versuchen Beweise zu finden. Vielleicht denken sie falsch und haben zu viele hier geblockte russische Videos gesehen, vielleicht befinden sie sich in der russischen Informationsblase, aber ist das ein Grund, sie umzubringen? Wenn die falsch ticken, dann soll man das ausdiskutieren. Das ist der einzige Weg, aus unserem geistigen Krieg herauszukommen. Wenn die Politiker hier in Deutschland fordern, dass der Verfassungsschutz jedes Mal einen Autokorso prüfen soll, aber niemand den Verfassungsschutz auffordert, Aufrufe zum Mord zu prüfen, dann ist das nicht gut. Wenn die jetzt kommen würden und sagen, du hast Informationen, gib sie uns, dann hätte ich allerdings keine Lust dazu. Ich beobachte das, aber ich finde, es ist durch den Krieg außer Kontrolle geraten. Wenn etwas Schlimmes in der Ukraine passiert, dann wird das im Internet noch schlimmer aufkochen.

Es ist ja inzwischen etwas schwierig. Deutschland steht unter Kritik, vor allem auch seitens der Ukraine, nicht genug zu tun und eigentlich auch am Krieg, den Russland jetzt führt, mit Schuld zu sein. Steinmeier ist schwer unter Druck geraten und durfte jetzt nicht mal nach Kiew fahren. Das ist auch bei vielen die Stimmung in Deutschland. Man müsse mit den Fehler der Vergangenheit aufräumen – und bloß keine Kritik an der Ukraine.

Wladimir Sergijenko: Ich sehe diese Stimmung mit großer Sorge, dass Deutschland etwa Panzer in die Ukraine liefern und die Ukrainer ausbilden soll, damit sie ihre Gebiete von den Russen befreien. Das sehe ich als Provokation, weil es den dritten Weltkrieg riskiert und unfair gegenüber den Ukrainern ist. Wenn ihr so richtig für die Ukrainer seit, dann kommt doch ihr selbst mit den Panzern und eigener Besatzung. . Selenskij hat das Treffen mit Steinmeier abgesagt, weil er angeblich Russland zu nahe stand. Das ist total blöd. Für Steinmeier ist klar, wenn man 100 Panzer in die Ukraine liefert, dann bedeutet das nicht, dass die Ukrainer den Krieg gewinnen. Die Ukraine hat keine Nuklearwaffen, da muss man auch die Wahrheit sagen. Aber der Krieg wird verlängert und Russlands Wirtschaft wird weiter belastet. Und das ist der Gedanke dahinter: Die Ukrainer sollen kämpfen und sterben, damit die russische Wirtschaft geschädigt wird. Aber niemand denkt daran, dass Russland auch Deutschland für die Panzerlieferungen verantwortlichen machen und die Panzerfabriken mit den Kinshal-Hyperschallraketen angreifen könnte. Vor allem sehe ich keine logistische Idee, was man nach dem Krieg machen soll. Man unterstützt nur diesen Krieg. Das kotzt mich wirklich an.

4 Kommentare zu Wladimir Sergijenko: In ukrainischen Gruppen kursieren Aufrufe zum Mord an Russen in Deutschland

  • Die Fragen klingen ungläubig, Sergijenkos Antworten klingt sehr unschön und beunruhigend, nach Anfängen von Pogromstimmung. Ich kann es nicht ansatzweise beurteilen, aber eine solch treibend-hetzende Stimmung in fast allen Medien scheint mir ein Novum und es ist schwer vorstellbar, dass das keine gesellschaftlichen Konsequenzen hat. Man muss sich wirklich fragen, wie weit die Behörden diese Verfeindungsorgie noch treiben (lassen) wollen.

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  • Ich wurde auf „prorussischen Autokorsos“ durch einige Kommentare aufmerksam gemacht. Überwiegend wurden diese Teilnehmer von den Medien verurteilt. Was mir allerdings nicht bekannt ist, sind die Ziele dieser Proteste.

    Richten diese sich gegen die antirussische Propaganda der Medien oder befürworten sie den Krieg der Russen in der Ukraine? Das sind ja zwei verschiedene Sachen.

    Die Inhalte kenne ich also nicht, aber ich weiß schon mal, dass sie moralisch verdammungswürdig sind.

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  • Tja, das ist ja nur Meinungsfreiheit, das muss der deutsche Rechtstaat aushalten.

    Zumindest solange da nicht etwa irgendwas gendermäßig Unklares / Selbsternanntes, migrationsmäßg (außer russischstämmig) Multikulti-Schützenswertes oder etwa eine alte Grüne betroffen ist. Das geht ja gar nicht. Dann muss die Strafverfolgung her. Die Social Plattform muss dann natürlich auch abgeschaltet und abgeschafft werden.

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  • Eine Frage: Ist der Mann auf dem Halsabschneider-Video der ukrainischen Schauspielerin Adrianna Kurilets-Kmetiuk identifiziert? Ist er auch nur ein Schauspieler, lebt er noch und ist unversehrt? Ist gesichert, dass das Ganze nur Show war?

    Wladimir Sergijenko hat vollkommen recht, die aktuelle gewaltgeladene Kommunikation im Ukraine-Konflikt und speziell die vorerst noch ausschliesslich verbalen Ausfälle und Feinseligkeiten gegen Russen sollten uns in höchste Alarmbereitschaft versetzen!

    In dem Fall der Ukraine wird das Nazi-Problem heruntergespielt. Das erinnert sehr an die deutsche Nachkriegszeit. Da wurden von den amerikanischen Besatzern viele Nazis schnell rehabilitiert. Wenn Nazis helfen, Russland, in dem Fall die Sowjetunion/den Kommunismus, zu bekämpfen, war das in Ordnung. Allerdings förderte man damals als Gegengewicht („dialektische Vorgehensweise“) gleichzeitig die freiheitlich orientierte, nicht-kommunistische Linke. https://www.heise.de/tp/features/Der-CIA-kaempft-um-die-wahre-Kultur-3441959.html

    Das ist heute anders. Mit dem Ende des kalten Krieges ist das Bündnis der nicht-kommunistischen Linken mit dem amerikanischen bzw. transatlantischen militärisch-industriellen Komplex zerbrochen.

    Daher gibt es derzeit kein ernst zunehmendes Gegengewicht gegen gewalt- und Krieg verherrlichende Propaganda und Förderung von gewaltbereiten Nazi- und ähnlichen Gruppierungen, wenn man auch beim Verfassungsschutz Thüringen (Stephan Kramer) das Problem zumindest zur Kenntnis genommen zu haben scheint. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/asow-regiment-101.html

    Wichtig wäre aber auch, das Agieren der Medien zu korrigieren.

    Ich empfehle einen Blick in kritische Beschreibungen der Anfangszeit des deutschen Faschismus, z. B. Viktor Klemperer, LTI.
    Da kann man lernen, Sprache kritisch zu analysieren und die Merkmale der damaligen Propaganda zu erkennen. Klemperer äussert sich beispielsweise zu Heldentum oder zur Idee von Europa, er beschreibt die zunehmende Ausgrenzung spezieller Menschengruppen, vor allem der Juden… vieles hat Parallelen in der heutigen Zeit.
    https://www.buchkomplizen.de/index.php?stoken=5950B6E0&lang=0&cl=search&searchparam=victor+klemperer+lti

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