Wladimir Sergijenko: „Wenn die Diplomatie versagt, sprechen die Kanonen“

Zerstörung in Mariupol

Über Kriegsverbrechen, Verschleppen von Kindern und die aus der Geschichte erwachsene russische Logik.

Wir haben bislang miteinander gesprochen, als du noch in Moskau warst. Jetzt bist du wieder nach Berlin gekommen, wo dein zweiter Wohnsitz ist. Warum gerade jetzt?

Wladimir Sergijenko: Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer ist, dass ich mich verpflichtet fühle, mit meinem deutschen Umkreis, mit meinen deutschen Freunden darüber zu sprechen, was in der Ukraine geschieht und worum es geht. Ständig online zu sein, reicht nicht wirklich aus. Wir müssen sozusagen etwas aufräumen.

Du meinst, dass in Deutschland falsche Informationen über den Ukraine-Krieg zirkulieren?

Wladimir Sergijenko: Meistens ja. Mittlerweile sagt man zwar auch, dass man nicht die Wahrheit wisse, weil es keine unabhängigen Beobachter gibt. Die Russen sagen das, die Ukrainer jenes. In Wirklichkeit sehe ich, dass die gleichen Fehler wie vor dem Kriegsausbruch gemacht werden. Es hat sich nichts geändert, ein Auge und ein Ohr sind zu. Das hilft uns nicht, einen Blick in die Zukunft zu richten. Es geht nicht nur um einzelne Situationen, über die dieser oder jener Fake inszeniert wurde. Es gibt ein globales Problem, bei dem man die gleichen Fehler wiederholt. Ich kann einschätzen, welche Fehler in Russland und welche in Europa gemacht werden.

Welche Fehler macht man in Russland?

Wladimir Sergijenko: Der russische Fehler ist das Denken, dass man, wenn man etwas nicht diplomatisch lösen kann, es militärisch schaffen kann. Das bringt auch Erfolg. Dass Russland jetzt im Gespräch mit der Ukraine ist, ist schon ein Erfolg. Aber diese militärische Lösungsidee könnte auch nach dem Ende des Kriegs in den Köpfen bleiben, da Russland die Hoffnung verloren hat, als gleichberechtigt von den Ex-Partnern anerkannt zu werden und zu einem Verständnis zu kommen. Deutschland ist auch ein Ex-Partner.

Und was wäre der Fehler Europas oder Deutschlands?

Wladimir Sergijenko: Der größte Fehler ist die Angst, über einen Weg diskutieren, wie man aus der Krise herauskommt – nicht um das Gesicht zu bewahren, sondern um aus ihr richtig herauszukommen. Man muss damit anfangen, dieses Gespräch zu führen, und nicht einfach verlangen, dass die Russen den Krieg beenden und sich zurückziehen, da sonst noch mehr Sanktionen kommen werden. Man muss verstehen, dass die Europäer sich in eine Sackgasse manövriert, sich in einen Zugzwang hineinbegeben haben. Wenn man nicht einmal mehr hört, was die andere Seite berichtet – was sie denkt, ist noch etwas ganz anderes -, dann versteht man nicht, wie sie tickt. Die einseitige Berichterstattung ist ein großer Fehler. Ein großer Fehler Deutschlands ist, dass Olaf Scholz keinen Mut hat, Visionen für die Zukunft schnell umzusetzen.

Du meinst jetzt in Bezug auf Russland?

Wladimir Sergijenko: Nein, Sicherheit hat mehrere Aspekte. Es geht nicht nur um Raketen und Atomwaffen, es geht auch um wirtschaftliche Sicherheit oder um wirtschaftliche Zukunft. Ich höre jetzt nur Slogans wie von der Yellow Press, aber ich höre keine wirklichen Vorschläge. Es sind immer nur diese Klischees, noch mehr Sanktionen zu erlassen, die Russland noch mehr Schmerzen zufügen. Das bringt uns nicht weiter. Man versteht nicht, warum es morgen klappen soll, wenn es bis jetzt nicht geklappt hat. Der Westen müsste eine Denkfabrik gründen und mit den richtigen Fragen an die Öffentlichkeit gehen. Was passiert beispielsweise, wenn die Ukraine die Krim als Teil der Russischen Föderation anerkennt? Wird es dann weiter Sanktionen geben oder beendet man sie, weil die Ukraine dies anerkannt hat? Soll man die Ukraine dazu bringen, die Krim als russisch anzuerkennen, oder ist das eine ganz ukrainische Angelegenheit? Man muss die Konsequenzen ausdiskutieren. Auch wo die Schmerzen beim Krieg an ihre Grenzen kommen.

Wenn wir über Russland sprechen, dann hilft es nicht, von Putin als Kriegsverbrecher, Killer, Diktator zu sprechen. Wenn man so spricht, dann wird Putin dasselbe Modell irgendwo im Nahen Osten anwenden. Wenn die Nato sich erlaubt, Waffen in die Ukraine zu liefern, dann wird versucht, das Feuer mit Benzin zu löschen.  Die Russen könnten das im Jemen oder anderswo in der arabischen Welt auch so machen und einer Seite mit derselben Begründung Waffen liefern. Man muss solche Krisenszenarien ebenso diskutieren wie Friedensszenarien.

Es ist der westliche Fehler, dass man das alles nicht öffentlich diskutiert. Natürlich denkt man in Sicherheits- und Geheimdienstkreisen über alle möglichen Szenarien nach, aber die Entscheidung treffen kleine Eliten, die auch Fehler machen können. Die Deutschen sollten auch entscheiden können, worin das deutsche, das europäische, das internationale Interesse liegt und welches Risiko man eingeht, wenn man nicht so handelt wie die Amerikaner. Wenn man die Russen Kriegsverbrecher nennt, dann können sie auch Hyperschallraketen nach Katar schicken. Dann wird es eine neue Welt geben. Man muss über die Ängste sprechen, nicht am Telefon, wie es die Staatschefs machen, sondern man muss es öffentlich machen.

Warum meinst du, wird es nicht gemacht? Es gibt doch genügend Thinktanks und Organisationen. Allerdings bleiben alle auf ihrer Seite.

Wladimir Sergijenko: Auch die russische Seite sagt, dass Verhandlungen ruhen, d.h. man geht davon aus, dass man besser schweigt, damit es besser läuft. Wenn das „Diktatoren“ und Nicht-Diktatoren machen, wo ist dann der Unterschied? Die politischen Entscheidungen werden als einzig richtige dargestellt. Aber das ist nicht wahr, die Politiker haben kein privilegiertes Wissen über die Realität. Die gesunde Balance zwischen Gewerkschaften, Wirtschaft und Politik ist zur Zeit nicht vorhanden.

Im Westen wird fast einhellig die Meinung vertreten, dass Russland Kriegsverbrechen begeht, dass die Städte gnadenlos bombardiert werden, die Ukrainer hingegen verteidigen sich heroisch. Im Augenblick findet der Endkampf um Mariupol statt. Es wird behauptet, die Russen würden die Menschen nicht herauslassen oder sie zwangsweise nach Russland oder in die „Volksrepubliken“ verschleppen. Aufgrund dieser Darstellung sagt man dann auch, dass man mit einem Kriegsverbrecher nicht an einem Tisch sitzen kann, man muss ihn klein machen. Wenn man allerdings Videos anschaut und Leute hört, die aus Mariupol herausgekommen sind, dann gewinnt man den Eindruck, dass dieser Vorwurf von Kriegsverbrechen nicht ganz so stimmt bzw. ganz so einseitig ist.

Wladimir Sergijenko: Im Westen hat man nicht kapiert, dass man in Russland keinen Wert mehr auf die Meinung des Westens oder Europas legt. Wenn man über Kriegsverbrechen spricht, also dass die Russen Schulen und Kindergärten bombardieren, dann bricht einem natürlich das Herz. Wenn man aber einmal ansieht, was die Russen zeigen, dann sieht man Folgendes, was auch manchmal einfach logischer ist: Die Schulen und Kindergärten sind leer, da sind keine Kinder oder Lehrer. In Kriegszeiten werden die leeren Gebäude von der Armee für Übernachtung und Waffenlager genutzt. Wenn man liest, die Russen haben eine Schule zerstört, dann denkt man, das ist ein Kriegsverbrechen. Wenn man eine russische Zeitung liest oder russisches Fernsehen sieht, dann heißt es, es wurde ein militärisches Objekt vernichtet, in dem sich Soldaten oder Munition befanden. Wenn man über beide Behauptungen spricht, dann kann man vielleicht zu einer Verständigung kommen. Die klischeehafte Berichterstattung über die Russen hilft nicht, sich über die Gegenwart und die Zukunft zu verständigen. Für die Russen ist es daher scheißegal, was man im Westen denkt.

In Russland sagt man, dass sich die ukrainischen Scharfschützen und Soldaten mit Panzerfäusten in Hochhäuser verschanzen. Nebenan sind ganz normale Leute. Die Russen werfen der ukrainischen Armee diese Taktik vor, sich hinter Zivilisten zu verstecken. Sie versuchen, so wenig Zivilisten wie möglich zu Opfern zu machen, deswegen geht die Offensive so langsam. Wenn es dann heißt, die Russen haben auf Zivilisten geschossen, wo ist dann die Wahrheit? In dem Infococktail geht es ständig hin und her.

Wobei Russland natürlich der Angreifer ist, der dann auch eher die Verantwortung dafür trägt, dass es zu solchen Situationen kommt.

Wladimir Sergijenko: Das ist klar. Wer den ersten Schritt in einem Krieg gemacht hat, auch wenn man die Schuld auf die westliche Sturheit, den Wunsch nach Beitritt in die Nato oder den Wunsch nach Atomwaffen schieben kann, trägt die Verantwortung: ohne oder mit Begründung, mit schlechter oder  guter  Begründung. Aber man muss verstehen, wie die Russen ticken. Wenn man eine Zeitmaschine hat, mit einem Machthaber am 9. Mai 1945 spricht und sagt, dein Land hat 60 Millionen Menschen verloren, 20 Millionen auf dem Schlachtfeld und 40 Millionen wegen Hunger etc. Mit der Zeitmaschine könnte er nach Deutschland direkt nach den Olympischen Spielen 1936 reisen, wo man Hitler zugejubelt hat. Wenn man damals angegriffen hätte, gäbe es vielleicht nicht 60 Millionen Opfer, sondern nur 20.000, aber es müsse mit Sanktionen gerechnet werden und man würde als Kriegsverbrecher bezeichnet werden. Die Entscheidung würde bei dem Machthaber liegen. Wenn man das heutige Russland nimmt, wurde durch eine viel größere Lupe geschaut. Jeder Nazifeind, jeder Aufruf, Russen solange aufzuhängen, bis der letzte Russe tot ist, jede Kleinigkeit, die man in Russland vergrößert dargestellt hat, wurde im Westen als nicht wahr bezeichnet, gilt als Fake und ist kein Problem für die Zivilgesellschaft, weil es doch nur 0,5 Prozent sind. Die Russen sagen hingegen, die Neonazis sind in der Armee und in der Regierung usw. In Russland wird mit der Logik gedacht, dass man dann, wenn man heute angreift, weniger Opfer einzubüßen hat, als wenn man abwartet, bis man selbst mit ganz anders ausgerüsteten Streitkräften angegriffen wird.

Die Russen ticken anders: Sie denken als Sieger und als Land, das enorme Opfer erleiden musste. Man will kein zweites Mal diese enormen Opfer bringen. Das unterscheidet Russland von den Nato-Ländern. Die Nato ist kein Freund von Russland und ist dies nie gewesen. In Russland hat man kein Vertrauen in die Nato oder in die USA und sieht das Vorrücken der Nato als Gefahr. Wenn man den Konflikt mit der Ukraine aus russischer Sicht betrachtet, sieht alles ganz anders aus.

Das sieht aber nach einem Gordischen Knoten aus. Wer könnte in der Kommunikation diesen durchhauen? Es gibt keine Gespräche mehr. Russland fing zwar mit den Briefen an die USA und an die Nato an, um über die Sicherheitsforderungen eine Diskussion zu fordern. Aber mit dem militärischen Druck an der Grenze zur Ukraine hat das dazu geführt, dass darauf nicht eingegangen wurde oder man nicht eingehen musste.

Wladimir Sergijenko: Wenn die Diplomatie versagt, sprechen die Kanonen, das ist wahr. Du hast vorhin davon gesprochen, dass die Russen Menschen aus der Ukraine verschleppen. Selenskij hat im Fernsehen gesagt, dass die Ukraine, wenn Russland weiter Kinder verschleppt, die Verhandlungen abbrechen wird. Die Äußerung ist zum Kotzen. Sie weckt Emotionen, ist aber weit von der Realität entfernt. Man ist mit seinen ganzen Gefühlen gegen das Böse, das Verschleppen von Kindern. Das ist Hollywood, aber die Realität ist, dass es Kinder sind, die ihre Eltern verloren haben oder deren Eltern krank sind und die in einem Kriegsgebiet leben. Die Frage ist, in welcher Richtung Ruhe ist, wo nicht bombardiert wird. Ruhe herrscht in Russland, in der Ukraine nicht, da findet der Krieg statt. Wenn man aus einer Krisenregion Kinder herausnimmt, um sie in Sicherheit zu bringen, soll man sie nach Kiew oder Charkiw bringen? Ist Selenskij sicher, dass sie dort sicher sind? Oder geht die politische Entscheidung über die eigenen Bürger über deren  Sicherheit hinweg? Sagt man, es sind ukrainische Bürger, deswegen müssen sie in der Ukraine bleiben?

Ich höre Leute aus dem Donbass, die sagen, das sind unsere Kinder. Ihr habt in letzter Zeit mit dem Asow-Regiment unser Land okkupiert. Wir finden, das sind unsere Kinder, die ihr in den letzten Jahren gekidnappt habt. In Russland sind sie jedenfalls weniger in Gefahr als in der Ukraine. Wer hat angesichts dieser beiden Positionen recht? Mir ist das eigentlich egal, Hauptsache die Kinder sind in Sicherheit. Wenn behauptet wird, dass sie verschleppt wurden, dann bitte ich darum, dafür Beweise zu liefern.

 

Der Publizist und Soziologe Wladimir Wladimirowitsch Sergijenko wurde 1971 im westukrainischen Lwiw geboren. Seit 1991 lebt er in Deutschland. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Anthologien mit Poesie und Erzählungen. In Deutschland ist 2013 sein Buch „Russisch fluchen“ erschienen (Eulenspiegel Verlag). In Russland und im russischsprachigen Europa ist er insbesondere aufgrund seiner Radiosendung „Eurozone“ bekannt, die mehrmals wöchentlich im staatlichen Radio „Vesti FM“ läuft.

11 Kommentare zu Wladimir Sergijenko: „Wenn die Diplomatie versagt, sprechen die Kanonen“

  • Ich teile weitgehend die Auffassung von Herrn Sergijenko. Ich bin dafür, Partei für die Ukraine zu ergreifen aber nicht in dem Sinne, die Kriegshandlungen der Ukrainer zu verherrlichen und durch Waffenlieferungen zu verlängern. In der Tat werden solche Auffassungen nicht öffentlich diskutiert. Die Zensur ist offensichtlich. Es ist ja wohl eindeutig, dass die berechtigten Sicherheitsinteressen der Russen nicht respektiert werden und die NATO sowie mit ihr die beteiligten Regierungen mitverantwortlich für den Krieg sind. Bei den Amis ist es noch klarer. Sie wollten das so, denn sie profitieren davon

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  • Ich verstehe den Standpunkt von Sergijenko, der führt aber zu nichts.
    Vorab, es ist gelungen, gegen aller Regeln russische Veröffentlichungen zu verhindern. TV Sender oder Zeitungen sind verhindert worden. Die Begründung ist zwar richtig, aber nicht rechtens.
    Wie richtig die Begründung ist, kann an der Presse in Deutschland nachvollziehen werden alles was Sender aus der Ukraine oder USA sagen wird so in der Deutsche-Presse wiedergegeben, dabei wird noch nicht einmal darauf hingewiesen das es den europäischen Interessen widerspricht. Es geht so weit, dass die Presse und TV darauf hinweist, dass es nicht von unabhängiger Seite geprüft werden kann. Klingt erst einmal als wäre es neutral, es ist aber zu fragen, warum geht ihr nicht hin und prüft es und wenn ihr es nicht wisst was ist, warum druckt ihr es? Aber es sitzt dann schon in den Köpfen der Menschen und „heizt“ sie moralisch auf.
    Genau weil sie das wissen, sie kennen es aus der Werbung, da wird auch jeder Dreck verkauft, deshalb gibt es keine Institution der russischen Verlautbarung.
    Ich kann nicht sagen, was Russland oder Herr Putin anstatt der militärischen Auseinandersetzung hätte machen sollen. Ich finde ganz gut, wenn sich immer auf den Grund eines Krieges bezogen wird, es geht immer um die Ökonomie. Das Machtgefasel hängt mir raus. Sind die Kapitalverwaltungen https://de.wikipedia.org/wiki/Verm%C3%B6gensverwaltung machtlos? Die sitzen auch noch gegenseitig in ihren Aufsichtsräten.
    Ich höre gerne den Börsenheinis zu, die interessiert Moral nicht, das ist alles beiseite, was nichts mit Profite zu tun hat, dann geht es ans analysieren.
    https://www.youtube.com/watch?v=XkE2HW1vXQ8
    Die schauen auch auf das Rechtliche, es könnten ja gerichtlich was kippen. Nationalismus ist auch nicht ihre Sache, die nationalistische Welt ist denen zu klein.
    Leider wird die Bildung zur Ökonomie kleingeschrieben, alleine der tendenzielle Fall der Profitrate zeigt schon das Problem auf. Immer mehr Kapitaleinsatz um denselben oder kleinen Profit zu generieren.
    Die Wirtschaft hat Russland auf seiner Seite, sonst wäre China oder Indien nicht da. Und erstaunlich VAE und Iran. Da fällt dem Westen ihre Arroganz auf die Füße vor allem in Afrika.
    Bei allem wird mit den Auseinandersetzungen in der Ukraine auch noch ein Geschäft gemacht, es werden die alten Waffen noch günstig losgebracht. Es wird nicht gesagt, wer die dafür bezahlt. Allerdings wer die 100 Milliarden deutsche Gelder bekommt ist klar, die USA. Ein Land, das keine Atombomben haben, darf scheint es wichtig zu seinem Flugzeuge Atombomben anzuhängen. Die Lizenz geben die Amerikaner, wenn es US-Flugzeuge sind.
    Damit sowas möglich ist muss das Volk dafür gewonnen werden, am besten eine Forderung des Volkes sein. Dann sind die Hände in Unschuld, wollt Ihr den totalen Krieg? Das Gegenteil muss her, Aufklärung und dann müssen die Bürger eines jeden Landes zusammenstehen und sich gegeneinander aufhetzen lassen. Ohne Ukrainekonflikt sterben Menschen in der Welt und es wird Frieden genannt.

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  • Erst kamen die Kirchen, dann die Demokratien.
    Ein großer Teil der römischen Kriegsstrategie bestand aus List. Böse, Gute , Aufsässige wurden zu Partnern gemacht und verheizt. Arminius durchschaute das Spiel.

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  • Wladimir Sergijenko: „Wenn die Diplomatie versagt, sprechen die Kanonen“

    Ich frage mich manchmal, was ein Mitarbeiter im AA in Berlin so den lieben langen Tag macht.
    2019 erschien die Studie der Rand Corporation: Overextenting and Unbalancing Russia. Lange vor 2017 hat Lindsey Graham ukrainischen Soldaten für genau 2017 einen Krieg gegen Russland angekündigt, in dem sie jede Unterstützung seitens der USA haben würden.
    2022 ist es jetzt dazu gekommen, nachdem es sich über Wochen abzeichnete. Offenbar sollte das Donbass-Problem mit Gewalt gelöst werden – und die Europäer sind komplett unvorbereitet, nur Spielball der Amerikaner!

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  • Ehrlich gesagt, nach langjähriger, reiflicher Erfahrung: Das Internet kann sehr wirksam sein -es kann sich aber auch zu heimtückischen Metastasen entwickeln. Also: Wir haben dank des „Internets“ heute „in Echtzeit“, alle (vermeintlichen!!!) Informationen, wissen aber nicht, ob tatsächlich – oder „Fake-News“.

    Nebenbei: Wer sich heute in seinen Meinungen, gegen den „main stream“ stellt, wird ebenso, dank „Internet“, sofort von einem „shitstorm“, niedergeblasen.

    Paradox: Wir hatten noch NIE so viele Informationen zur Verfügung – ohne sie unreflektiert, nutzen zu können.

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  • Der Westen will die Konfrontation. Das ist der Knackpunkt. Wenn etwa die deutsche Verteidigungsministerin hingeht und die neusten Kriegsverbrechen-Vorwürfe gegen Russland – die ich für einen weiteren Stunt halte – ohne Vorbehalt zur Wahrheit erklärt, obwohl die Möglichkeit einer Manipulation auf der Hand liegt und man eine neutrale Untersuchung abwarten müsste, und übergangslos daraus den Schluss zieht, es müssten noch schärfere ‚Sanktionen‘ kommen, vulgo, der Wirtschaftskrieg müsse intensiviert werden, erbringt sie damit direkt den Beweis für die Böswilligkeit der westlichen Seite. In dubio pro reo gilt hier nicht, es wird gleich ein Lynchgezeter erhoben.

    Da will offensichtlich niemand einen Konflikt lösen, sondern ihn weiter anheizen. Es geht darum dem Publikum die Rechtfertigung für weitere eigne Kriegsakte zu liefern. Wohl in der arroganten Überzeugung, man werde mit Russland dann schon fertig.

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  • Als aufmerksamer Beobachter des Weltgeschehens, der letzten zwanzig, dreißig Jahre, kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, die „Schlacht der Lügen“, etwa im Kuwait-Krieg, der dann von „Desert shield“ zum „Desert storm“ im Irak wurde, waren nur läppische Fingerübungen, für die Propagandisten, gemessen an HEUTE.

    Damals gab es noch kein „Facebook“, „Insta“ und andere Kanäle, dennoch war das Pentagon sehr bemüht – auch durch den Vietnam-Krieg bedingt – „embedet journalism“ zu installieren, damit niemand, unliebsame Ereignisse, medial breitreten konnte.

    Im Vergleich zu heute, erscheint dies alles äußerst paradox, wenn nicht gar paranoid: Wir haben in „Echtzeit“ alle Informationen – und wissen NICHT, welche ECHT sind – oder aus PR-GRünden, hervorragend „gefaked“ wurden.

    Die vermeintlich „unfehlbare“ Technik, wird zum Spielball Jener, die sie bedienen. „Deep fake“ lässt sich von kundigen Leuten erlernen und wird auf ALLEN Seiten eingesetzt.

    Und der leicht beeinflussbare Medienkonsument? Wem und was soll und kann er glauben? Ganz einfach: Die „mainstream-Ideologie“, die ihn von Früh bis spät umgibt, hämmert ihm jene „Meinung“ ein, subtil und brutal, allerdings portionsweise als geistiges „Convinience food“, das leicht zu verdauen ist. Ohne großartig Rülpsen zu müssen.

    Selbst in den westlichen Redaktionen, Sendern gilt: „Breaking News“. Meist ohne „Überprüfung“. Was ja wirklich schwer möglich wäre. Und so folgt die Berichterstattung einer Dramaturgie, die bereits längst vorgegeben wurde und nicht auf Objektivität ausgerichtet ist, sondern von supranationalen PR-Agenturen, „Think-Tanks“ und anderen Interessensgruppen – die eigentlich zumindest für die Vorbereitung dieses Krieges, verantwortlich sind – längst schon, strategisch geplant wurden.

    Wir haben es erlebt: Der Irak, wurde „befreit“ – heute herrscht Chaos, Afghanistan, wurde „befreit“ – heute dürfen Mädchen nicht zur Schule, Libyen wurde von einem Diktator „befreit“ – heute ein völlig zerrüttetes Land.

    Amerika, hatte nie wirkliche „Diplomaten“ mit Format, so wie im Europa des 18/19. Jhd. Diplomaten, die nicht nur sprachkundig gewandt waren, sondern auch umfassend gebildet waren und von der Welt, mit der sie verhandelten, auch einige Ahnung hatten.

    Aber das brauchte Amerika auch nicht: Es hatte Stärke, genügend Skrupellosigkeit, siehe Mexiko-Krieg, und nationalen Egoismus, in dem kein Platz für „Freunde“ war. Und auch die unselige „Koalition der Willigen“, war ein Konstrukt der Erpressung – und der dummen Gläubigkeit an den transatlantischen „Partner“.

    Meine Einschätzung – und ich glaube, damit nicht allein zu sein: Sowohl für Amerika, wie für die Ukraine, wird die „Nachkriegsordnung“, ein Desaster bleiben: Die Ukraine, nach der legendären „Brzezinskyi-Doktrin“, steht seit den Achtziger-Jahren im Fokus der Begehrlichkeiten der USA, und sofern alles verloren, wird die Ukraine von den USA, fallen gelassen. Man hat sich verschätzt – und das war es auch. Für die USA, ist es ein Leichtes, einen neuen Kriegsherd zu entfachen. Egal wo, Hauptsache „das“ – und Hauptsache, der Kriegsschauplatz, ist nicht direkt vor der eigenen Haustüre.

    Das könnte sich freilich ändern, sofern man folgendes Szenario entwirft, das nicht so abstrus erscheint, wie es hier klingen mag: Was wäre, wenn russische U-Boote unbemerkt und völlig überraschend, wie im zweiten Weltkrieg, („Operation Paukenschlag“) direkt vor den Küsten Amerikas auftauchen – und einige Atomraketen abfeuern würden?

    In maximal drei Minuten, wäre der Zauber vorbei, drei Minuten, die für einen Zweitschlag, nicht ausreichen würden. Wozu Raketen schicken, die genügend Zeit ließen, um den 3.Weltkrieg, atomar zu besiegeln?

    Doch zurück zur „Diplomatie“: Da mache ich mir ehrlich gesagt, keine ernsthaften Hoffnungen. Das Personal ist ist unterster Durchschnitt, hat keine Ahnung von den Gegebenbheiten – und kennt den Namen „Ukraine“, erst durch die Medien. Ohne zu wissen, wo die Ukraine, überhaupt liegt.

    Fazit: Das Schlimme ist, dass solchen Dilletanten, das Schicksal der Welt anvertraut wird – und dass diese Laiendarsteller die weltpolitische Hauptrolle spielen.

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  • Ein ganz großer Fehler ist die hiesige Pseudo-Demokratie, gesteuert und gesponsert von Lobbyisten, ausgeführt von für nichts haftende Politiker… alles und alle bezahlt vom sog. Steuerzahler, dessen Interessen all das aber zuwider läuft.

    Und dann noch die monumentalen Meiningspolizeimedien, die sich Presse- und Meinungsfreiheit auf die Fahnen geschrieben haben… die Freiheit der Meinung der Verleger und Verlagseigner – und die Freiheit, nur deren Meinung sein zu dürfen.

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  • 1/3 – An „think tank“ hab ich auch schon gedacht. Aber mit welchem Ziel und mit wem? Hauptproblem ist ja das komplette Abgeschottetsein des polit. Apparats in Berlin. Im Grunde hat man als Bürger auf Berlin ebenso wenig Einfluss wie als Bürger in Moskau auf den Kreml. Und hier wie da machen sich die Medien mit der polit. Klasse gemein. Wie will man da die Exekutive zu etwas bewegen? Denn das Lesen und Verfassen von Forenbeiträgen, selbst das Beschicken von Abgeordneten, bringt nichts. Dass dieser ganze Wahnsinn einen suizidalen Pfad für die EU vorzeichnet – offensichtlich und deshalb unerklärlich. Die Regierung macht das komplette Gegenteil von dem was notwendig wäre. Aber Warum? Und verhindern „wir“ das?

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  • 2/3 – Selbst ein naiver Kompromiss wie derappell.de kommt auf keine 50.000 Unterschriften.
    Da es hier um geopolit. Interessen allererster Ordnung geht, um die NATO, um die Stationierung von schweren Waffen und um nukleare Sprengkörper, haben ausschließlich Initiativen auf höchster polit. Ebene einen Effekt, wenn überhaupt – (selbst Macrons Wohlwollen konnte Putin nicht mehr von einem diplomatischen Weg überzeugen, eingedenk der wiederholten Sabotage durch die Amerikaner, siehe das WALL STREET JOURNAL vom 1. April.) Solange sich innerhalb der EU-NATO-Mitgliedsstaaten nichts bewegt passiert nichts. Die USA werden keinen Finger rühren. Und so lange die EU sich zum Juniorpartner Washingtons degradiert werden auch die Chinesen nichts tun. Aber wie will man Idioten wie Stoltenberg von ihrem hirnamputierten Weg abbringen? Diese Leute verstehen ausschließlich die Sprache der Gewalt. Dies ist eine ganz schlimme Lage in der wir uns alle befinden. Den Chefredaktionen der MSM ist das vielleicht noch gar nicht wirklich klar, in ihrem gung-ho-High.

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  • 3/3 – Die Russen haben es 20 Jahre lang versucht mit anderen Mitteln. Natürlich bleibt eine Frage unbeanwortet: Hätte es einen realistischen diplomatischen alternativen Weg gegeben? Oder wäre auch das nur Hinhaltetaktik gewesen von Seiten der Amerikaner, um währenddessen unter der Hand die Ukraine weiter und immer weiter aufzurüsten? Fest steht, dass die NATO 0 Interesse und Bereitschaft hat, zurückzustecken. Und mit einer manipulierten Bevölkerung – wie nimmt man auf diesen Behemoth Einfluss??? CodePink hat z.B. eine Kampagne mit dem Titel „China is not our enemy“. Das wird auch hier bald sehr wichtig werden. Aber vorher gilt zu vermitteln „Russia is not our enemy“. Oder um es mit Lutz Herden vom FREITAG zu formulieren „Russland wird nicht verschwinden“. Auch wenn dieser „hybride Krieg“ seit 20 Jahren gewünscht wird und nun exekutiert.

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