Amazon baut Überwachung der Fahrer aus

Überwachungskamera mit Gesichtserkennung. Bild: Natradyne-Video

In den Fahrzeugen in den USA werden Überwachungskameras mit Gesichtserkennung eingebaut, angeblich zur Verbesserung der Sicherheit.

Amazon hat in den USA im Februar damit begonnen, in den Lieferfahrzeugen Kameras mit vier Linsen einzubauen, mit denen Gesichtserkennung möglich wird. Kritiker nannten den Schritt als die “größte Erweiterung der unternehmerischen Überwachung in der Menschheitsgeschichte”.  Amazon erklärt, damit “die Sicherheit und die Qualität der Lieferdienste” verbessern zu wollen.

 

Der Konzern zwingt nun die Fahrer – in den USA etwa 75.000 Angestellte -, für die biometrische Überwachung eine Einverständniserklärung (biometric consent) abzugeben.  Mit den Kameras von Netradyne  soll nicht nur erfasst werden, wer in den Fahrzeugen sitzt, sondern auch der Ort und die Bewegung. Zur Überwachung wird Künstliche Intelligenz eingesetzt. Dabei geht es auch darum zu erfassen, ob Fahrer unaufmerksam sind und ob sie sich an die Verkehrsregeln halten: “By capturing and analyzing every second of driving time, the Netradyne Driveri® dash camera provides unmatched visibility to fleet performance.” Wer sich bei Amazon weigert, die biometrischen Daten erfassen zu lassen, riskiert die Entlassung, wobei die Fahrer gar nicht direkt Angestellte von Amazon sind, sondern von anderen Firmen. In einem Video von Netradyne wird ein schwarzer Fahrer gezeigt, eine weiße junge Frau erklärt, warum die Überwachung super ist.

 

Die Einverständniserklärung beinhaltet, dass die Verarbeitung von biometrischen Informationen möglich ist. Das schließt eine “im Fahrzeug befindliche Sicherheitskameratechnik” ein, “die Ihre Fotos für den Zweck sammelt, ihre Identität zu bestätigen und Sie mit dem Fahrer-Account zu verbinden”. Die Technik verfolgt die Lokalisierung und die Bewegung des Fahrzeugs, auch die gefahrenen Kilometer, die Geschwindigkeit, die Beschleunigung, das Bremsen, das Wenden und die Entfernung von Fahrzeugen, denen gefolgt wird. Es wird also alles, was möglich ist, überwacht, um die Auslieferung zu “optimieren”. Erkannt wird eben auch, wann ein Fahrer zu langsam fährt, zu lange hält, gähnt, unaufmerksam ist oder sich nicht anschnallt: totale Kontrolle, solange der Fahrer sich im Fahrzeug aufhält.

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Die demokratischen SenatorInnen Ed Markey, Richard Blumenthal, Cory Booker, Bernie Sanders und Elizabeth Warren haben einen Brief an Jeff Bezos geschrieben, in dem die Überwachung der Fahrer kritisiert wird. Das wird Oligarch Bezos, den reichsten Mann der Welt, nicht weiter stören, der die Bildung von Gewerkschaften in seinem Konzern verhindern will. Die Senatoren sind sehr zurückhaltend gegenüber Bezos, den Besitzer der Washington Post, die eifrig gegen Donald Trump und für die Demokraten Position bezogen hat.  Man begrüße den Versuch, die Sicherheit zu fördern, aber die Überwachung könne den Druck auf die Fahrer erhöhen, die Auslieferung zu beschleunigen und damit die Sicherheit zu mindern.

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